Wirtschaft
Busreisen: Rheinland-Pfalz fährt hinterher
„Auch wenn wir uns darüber freuen, dass mit der Verkündung eines Datums für unserer Mitgliedsunternehmen eine gewisse Perspektive eröffnet wird, ist der Eintritt in die Öffnung für viele zu spät“, so die Vorsitzenden der Fachsparte Omnibusverkehr der Verbände des Verkehrsgewerbes und Reisebusunternehmer, Uwe Bischoff und Bernhard Dürk, in einer Mitteilung.
Bei einer Öffnung Ende Juni sei die Insolvenz von derzeit noch leistungsfähigen Touristikdienstleistern zu befürchten, so Dürk weiter. „Für unsere Unternehmen ist auch nicht verständlich, warum etliche andere Bundesländer den Reisebusverkehrsunternehmen bereits im Monat Mai ermöglichen, ihrer Tätigkeit nachzugehen und nur Rheinland-Pfalz sich für eine sehr späte Öffnung ausgesprochen hat“, ergänzt Bischoff.
„Beste Voraussetzungen“
Die Geschäftsführer des Dachverbandes MOLO (Mobilität und Logistik), Guido Borning und Heiko Nagel, weisen unterdessen darauf hin, dass momentan eine hitzige Debatte darüber entbrannt sei, inwieweit Eingriffe in die Berufsfreiheit im Rahmen einer verhältnismäßigen Abwägung zu rechtfertigen seien. Die Reisebusunternehmen verstünden schlicht und ergreifend nicht, warum diese Abwägung ausschließlich in Rheinland-Pfalz anders ausfalle als in allen anderen Bundesländern. „Busreisen bringen beste Voraussetzungen mit, Bürgerinnen und Bürger in kleinen und festen Gruppen und unter genau definierten Bedingungen ans Ziel und auch wieder sicher zurück zu bringen“, so Borning. Busreisen würden auch nicht die Gefahr bergen, dass Auslandsreisende – wovor Außenminister Heiko Maas immer wieder warne – in aufwendigen und kostspieligen Rückholaktionen vom Bund wieder „eingesammelt“ werden müssten.
Detailliertes Konzept
Die Branchenvertreter betonen ferner, dass ein detailliertes Konzept für die Durchführung der Fahrten dem Wirtschaftsministerium bereits zugesandt worden sei. Neben der gründlichen Reinigung und Desinfektion der Reisebusse sowie der Ausstattung der Fahrerinnen und Fahrer mit Gesichtsmasken und Einweghandschuhen würden auch die Mindestabstände der Fahrgäste berücksichtigt. Mit dem vorliegenden Konzept sei ein Neustart unter verantwortungsvollen Bedingungen bereits im Monat Mai möglich.