Wirtschaft RHEINPFALZ Plus Artikel BASF vor Verkauf der Bauchemie

Im BASF-Bauchemie-Zentrum im indischen Mumbai gießt ein Techniker einen Spezialboden. Der soll hohe Ansprüche an eine robuste un
Im BASF-Bauchemie-Zentrum im indischen Mumbai gießt ein Techniker einen Spezialboden. Der soll hohe Ansprüche an eine robuste und hygienische Oberfläche erfüllen. Foto: BASF

Die BASF hat gut ein Jahr nach der Ankündigung der Trennung von ihrem Bauchemie-Geschäft offenbar einen Käufer gefunden. Nach RHEINPFALZ-Informationen könnte der BASF-Aufsichtsrat auf seiner Sitzung an diesem Donnerstag darüber entscheiden.

Zuletzt gab es Hinweise auf Exklusivverhandlungen mit der US-Beteiligungsgesellschaft Lone Star über den Verkauf der Sparte mit 7000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Euro. Die Region ist von der Abspaltung des Geschäfts kaum betroffen. In der Rhein-Neckar-Region beschäftigt die BASF in dem Geschäftsbereich rund 130 Verwaltungs- und Vertriebsmitarbeiter in Mannheim. In Frankenthal sind 16 Mitarbeiter an einem kleinen Produktionsstandort zur Herstellung von Palusol beschäftigt. Dieses Spezialmaterial wird zur Abdichtung von Brandschutztüren verwendet. Bei Hitze dehnt sich das Material aus und schließt die Tür luftdicht ab, damit kein Rauch entweichen kann.

Der Kaufpreis wurde bisher nicht genannt. In der Branche wird er auf 3 Milliarden Euro geschätzt. Die Bauchemie entspreche nicht den Gewinnerwartungen der BASF, hatte Finanzchef Hans Engel die Trennung von der Sparte begründet. Und sie habe „eine sehr geringe Integration in den BASF-Verbund“. Das heißt, das Geschäft mit Produkten wie Betonzusatzmitteln, Zementadditiven, Bodensystemen, Abdichtungen, Mörtel, Fliesenverlegesystemen, Wärmedämmung, Dehnfugen und Holzschutz passt nicht so recht zum Konzern.

Massiver Umbau des Konzerns

Im Frühjahr 2006 hatte die BASF unter der Leitung des damaligen Konzernchefs und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Hambrecht für 2,7 Milliarden Euro die Bauchemie-Sparte vom früheren Spezialchemie-Konzern Degussa gekauft.

Mit dem Verkauf der Bauchemie setzt die BASF den massiven Umbau des Konzerns fort. 2015 hat sich die BASF von ihrem Erdgashandelsgeschäft mit einem Jahresumsatz von gut 12 Milliarden Euro getrennt. Die BASF hat den Gashandel in einem Tauschgeschäft an Gazprom abgegeben und wurde dafür an der Erdgasförderung des russischen Gaskonzerns in Sibirien beteiligt. Zwei Lagerstätten werden gemeinsam von Gazprom und der früheren BASF-Tochter Wintershall bearbeitet. Die ehemalige Öl- und Gastochter Wintershall mit Sitz in Kassel wurde im Mai mit der Hamburger Konkurrentin Dea des russischen Milliardärs Michail Fridman zu Wintershall Dea fusioniert. Das neue Unternehmen, an dem die BASF rund 70 Prozent der Anteile hält, soll an die Börse gebracht werden. 2018 setzte das Öl- und Gasgeschäft der BASF 3,2 Milliarden Euro um.

Pigmentgeschäft verkauft

Im August hat die BASF den Verkauf ihres Pigmentgeschäfts mit 2600 Beschäftigten – 900 davon in Ludwigshafen – an den japanischen Chemiekonzern DIC für 1,15 Milliarden Euro bekannt gegeben.

Die BASF hat 2018 Agrochemie- und Saatgutgeschäfte des Leverkusener Bayer-Konzerns für 7,6 Milliarden Euro übernommen. Diese Aktivitäten setzten mit 4500 Mitarbeitern gut 2 Milliarden Euro im Jahr um.

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