Wirtschaft BASF: TDI-Anlage nimmt regulären Betrieb auf

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«Ludwigshafen». Die riesige TDI-Fabrik im Stammwerk der BASF läuft endlich – nach einer für den Chemiekonzern völlig untypischen Serie von Pannen und Großreparaturen und dreieinhalb Jahre nach dem ursprünglich geplanten Produktionsstart.

Die Fabrik habe den regulären Betrieb aufgenommen, sagte gestern eine BASF-Sprecherin auf Anfrage. Die Anlagen liefen in den vergangenen Wochen noch im Testbetrieb. Die TDI-Fabrik, die aus elf Einzelanlagen besteht, war mit ursprünglich rund 1 Milliarde Euro die bisher größte Investition in der 153-jährigen Geschichte der BASF. Ende 2014 sollte die Fabrik fertig sein. Anfang 2015 sollte die Produktion starten. Jetzt läuft der Betrieb mit dem dritten Phosgenreaktor. Das erste Herzstück der TDI-Fabrik hatte so schwere Mängel, dass es durch einen kleineren Apparat – eine Notlösung – ersetzt werden musste, bevor Anfang März dieses Jahres der nachbestellte neue Reaktor eingebaut wurde. Die volle Produktionskapazität der Fabrik liegt bei 300.000 Tonnen TDI im Jahr. Ein Riesenreaktor mit schwersten Mängeln, Pumpen, die reihenweise ausfielen, Fehler bei Material, Fertigung und Auslegung: „Das haben wir so weltweit noch nicht erlebt“, sagte Anfang 2017 der damalige BASF-Chef Kurt Bock. Das neue zentrale Teil der Anlage ist laut BASF von einer deutschen Spezialfirma hergestellt worden. Den ersten, defekten Reaktor hatte ein Hersteller aus dem europäischen Ausland geliefert. Viele mangelhafte Apparate, wie etwa Pumpen, seien von renommierten deutschen und Schweizer Herstellern bezogen worden. Bis zu den TDI-Pannen hat die BASF der Qualität solcher langjährigen Teilelieferanten vertraut. Doch inzwischen wurde die Qualitätssicherung verschärft. Jetzt gelten für sie die gleichen Kriterien wie etwa für Lieferanten mit Sitz in China. Die Häufung der Qualitätsprobleme wird zum Teil darauf zurückgeführt, dass bei Zulieferern alte, erfahrene Mitarbeiter in den Ruhestand gegangen sind.

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