Wirtschaft
BASF stockt Ausbildung auf
Der Chemiekonzern BASF stellt für das am 1. September beginnende neue Ausbildungsjahr am Standort Ludwigshafen nach RHEINPFALZ-Informationen mehr junge Menschen ein als im Vorjahr.
Die Anzahl der Neueinsteiger in die Ausbildung und in ein duales Studium – das verknüpft praktische Arbeit im Unternehmen mit Vorlesungen an einer Hochschule oder Berufsakademie – wird auf rund 690 erhöht. Im vergangenen Jahr waren es 625. Die Aufstockung erfolgt mit Blick auf die riesige altersbedingte Abgangswelle, die auch auf das weltweit größte Chemie-Areal zurollt. Denn in den nächsten Jahren gehen Mitarbeiter der sogenannten Babyboom-Generation in Rente. Zur Babyboom-Generation zählen die geburtenstarken Jahrgänge von Mitte der 1950er- bis Mitte der 1960er-Jahre. Vor Kurzem lag die Anzahl der Renteneintritte am BASF-Standort Ludwigshafen mit rund 39.000 Mitarbeitern pro Jahr noch im zweistelligen Bereich. Im laufenden Jahr werden es rund 400 sein, 2019 dann 700 bis 800 und ab 2022 über 1000.
Unternehmen suchen händeringend Auszubildende
Eine BASF-Sprecherin sagte, genaue Angaben zum neuen Ausbildungsjahr werde das Unternehmen am 3. September machen. Anfang September würden am Standort Ludwigshafen erneut über 900 Jugendliche in ihr Berufsleben starten. Außer den Auszubildenden und Teilnehmern an dualen Studiengängen zählt das Unternehmen dazu auch junge Leute, die eines der Startprogramme durchlaufen. Jugendlichen, denen es schwerfällt, einen Ausbildungsplatz zu finden und deren Stärken eher im Praktischen liegen, haben die Möglichkeit in den BASF-Programmen „Start in den Beruf“ und „Anlauf zur Ausbildung“ innerhalb von einem Jahr auf eine Berufsausbildung vorbereitet zu werden. Auch Asylbewerber und Geflüchtete werden mit dem Programm „Start Integration“ auf dem Weg ins Berufsleben unterstützt. 2017 stiegen knapp 300 junge Leute in die Start-Programme der BASF ein. Dieses Jahr könnten es etwas weniger werden. Denn Unternehmen suchen händeringend nicht nur Fachkräfte, sondern auch Auszubildende. Erstmals nach der Wiedervereinigung gibt es in diesem Jahr in Deutschland mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Manches Unternehmen stellt deshalb jetzt auch Jugendliche mit einem Profil ein, das früher als noch nicht berufsreif gegolten hatte.
Die Entwicklung gehe in die richtige Richtung
BASF-Betriebsratschef Sinischa Horvat, der wegen des absehbaren Abgangs der Babyboom-Jahrgänge seit Langem fordert, dass deutlich mehr Auszubildende eingestellt werden, sagte auf Anfrage der RHEINPFALZ, die Entwicklung gehe in die richtige Richtung. Aber die Anzahl der Neueinstellungen reiche noch nicht aus. Horvat fordert, dass jeder Arbeitsplatz, der altersbedingt oder aus anderen Gründen frei werde, eins zu eins nachbesetzt werden müsse. Auch künftiges Wachstum und künftige Innovationen würden Personalbedarf auslösen. Bis zum Jahr 2010 wurden im Stammwerk jährlich rund 400 Auszubildende neu eingestellt. Wegen der demografischen Entwicklung wurde die Anzahl dann hochgefahren – auf bis zu 750 im Jahr 2013. Über alle Lehrjahrgänge hinweg absolvieren knapp 2000 junge Leute eine Ausbildung bei der BASF SE.