Wirtschaft BASF-Chefs kaufen BASF-Aktien für 1,9 Millionen Euro

BASF-Aktien für gut eine halbe Million Euro hat Konzernchef Kurt Bock am vergangenen Freitag gekauft.
BASF-Aktien für gut eine halbe Million Euro hat Konzernchef Kurt Bock am vergangenen Freitag gekauft.

«Ludwigshafen». Am vergangenen Freitag, dem Tag nach der BASF-Halbjahres-Pressekonferenz und damit der Vorlage der Geschäftsergebnisse für die ersten sechs Monate 2017, hat Kurt Bock, der Chef des Ludwigshafener Chemiekonzerns, für 553.855,40 Euro Aktien des Unternehmens gekauft. Weitere vier der acht Vorstandsmitglieder haben ebenfalls am Freitag und gestern BASF-Aktien in ihre Depots gelegt.

Die jüngsten Aktienkäufe der Mitglieder der obersten Führungsebene summieren sich auf knapp 1,9 Millionen Euro. Führungskräfte von Aktiengesellschaften sind nach der Marktmissbrauchsverordnung der Europäischen Union (EU) verpflichtet, Käufe von Aktien des von ihnen geleiteten oder kontrollierten Unternehmens zu melden. Als Führungskräfte im Sinn der EU-Verordnung gelten in der Regel Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Der Meldepflicht können aber auch andere Manager mit höheren Führungsaufgaben unterliegen. Am vergangenen Freitag hat außer BASF-Chef Bock auch sein Stellvertreter Martin Brudermüller BASF-Aktien gekauft, und zwar für 800.161,70 Euro. Der für das Geschäft in der Region Asien-Pazifik zuständige Sanjeev Gandhi griff für 158.720 Euro zu. 40.494 Euro legte Saori Dubourg an. Sie rückte im Mai in den BASF-Vorstand auf, wo sie unter anderem für Agro- und Bauchemie sowie für grüne Gentechnik zuständig ist. Markus Kamieth, der gleichzeitig mit Dubourg Vorstandsmitglied wurde und unter anderem die Sparten Inhaltsstoffe für Wasch-, Reinigungs- und Pflegemittel sowie für Ernährungs- und Gesundheitsprodukte leitet, kaufte gestern BASF-Aktien für 301.350 Euro. Den günstigsten Kurswert beim Wertpapierkauf erwischte Kurt Bock am Freitag mit 79,12 Euro je Aktie. Markus Kamieth zahlte gestern mit 80,36 Euro den höchsten Preis in dieser Runde. Man könnte sagen, in den vergangenen Jahren sei es immer günstig gewesen, direkt nach der Bekanntgabe von Quartalsergebnissen BASF-Aktien zu kaufen. Denn in den meisten Fällen rutschte der Kurs nach unten. Das war auch dieses Mal so, obwohl das Unternehmen, wie berichtet, für das erste Halbjahr ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 33,1 Milliarden Euro und einen Zuwachs des Konzerngewinns von satten 29 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gemeldet hat. An den Finanzmärkten war wohl mehr erwartet worden, denn am Donnerstag gab der BASF-Kurs um 2 Prozent nach. Und am Freitag sank er noch einmal leicht. Möglicherweise fiel das aber bei der Kaufentscheidung der fünf Vorstandsmitglieder gar nicht ins Kalkül. Um ihre Verbundenheit mit dem von ihnen geführten Unternehmen zu beweisen, müssen die Chefs BASF-Aktien im Wert von mindestens 10 Prozent ihrer jährlichen variablen Vergütung – die wird auch Tantieme genannt – kaufen. Wenn eine hochrangige Führungskraft oder eine ihr nahestehende Person, etwa der Ehe- oder Lebenspartner oder ein Kind, Aktien des von ihr geleiteten Unternehmens kauft oder verkauft, ist von Eigengeschäften – auf Finanz-Englisch von Directors’ Dealings oder Managers’ Transactions – die Rede. Bei diesen Geschäften herrscht ein besonderes Offenlegungsinteresse. Zum einen, um sogenanntem Insiderhandel entgegenzuwirken, mit dem sich bestens informierte Manager ungerechtfertigte finanzielle Vorteile verschaffen könnten. Zum anderen, weil solche Geschäfte Signalwirkung auf andere Anleger haben können. In den 30 Tagen vor der Veröffentlichung eines Jahres- oder Quartalsabschlusses dürfen Führungskräfte keine Eigengeschäfte tätigen. Directors’ Dealings müssen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) mitgeteilt werden. Aktienchart

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