£BASF RHEINPFALZ Plus Artikel BASF: Bis 2030 soll Anteil von Frauen in Führungspositionen deutlich steigen

Saori Dubourg ist die einzige Frau im sechsköpfigen Vorstand der BASF.
Saori Dubourg ist die einzige Frau im sechsköpfigen Vorstand der BASF.

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF will weltweit den Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöhen. Über alle vier Führungsebenen unterhalb des Vorstandes hinweg soll bis 2030 fast jede dritte Stelle (30 Prozent) mit einer Frau besetzt werden.

Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Ende 2019 lag der Frauenanteil in Führungspositionen demnach bei 23 Prozent in den vier Führungsebenen zwei bis fünf unterhalb des Vorstands (Bereichsleiter, Abteilungsleiter, Prokurist/Unterabteilungsleiter, Gruppenleiter). Im Jahr zuvor waren es 21,7 Prozent, in absoluten Zahlen 2094. Vor fünf Jahren hatte sich das Unternehmen selbst das Ziel gesteckt, den Anteil von Frauen in Führung bis 2021 auf 22 bis 24 Prozent zu erhöhen. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen solle dem Anteil von Frauen in der Gesamtbelegschaft entsprechen („fair share“, auf Deutsch gerechter Anteil), teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Dieser habe Ende 2019 bei 25,1 Prozent gelegen. Die Sprecherin: „Wir erwarten, dass er weiter steigen wird.“

Ausgewogenere Geschlechterbalance angestrebt

In den drei obersten Ebenen unterhalb der Vorstandsetage betrug der Anteil weiblicher Führungspersonen zum Ende des vergangenen Jahres aber nur 15,8 Prozent. Auf diese drei Führungsebenen lege die BASF ein besonderes Augenmerk, hieß es. Begründung: Als Multiplikatoren trügen sie „überdurchschnittlich stark zur weiteren Entwicklung einer vielfältigen Unternehmenskultur“ bei. Ob gezielt in diesen drei Reihen nach potenziellen Anwärterinnen für Positionen bis hin zum Vorstand Ausschau gehalten werde, ließ das Unternehmen offen und verwies darauf, dass die Bestellung von Vorstandsmitgliedern dem Aufsichtsrat obliege. Vorstandsmitglieder werden in der Regel aus der zweiten Ebene rekrutiert.

Bis 2030 soll der Anteil der Frauen in allen Führungspositionen laut BASF 30 Prozent betragen. Die „ausgewogenere Geschlechterbalance “ helfe der BASF, als Arbeitgeber für alle attraktiv zu sein. „Uns geht es darum, Frauen und ihre Fähigkeiten im Führungsteam von BASF stärker einzubinden. Als forschungsgetriebenes Unternehmen wissen wir um den Wert vielfältiger Denk- und Arbeitsweisen. Durch unterschiedliche Perspektiven entstehen innovative Ideen und Lösungen für unsere Kunden“, sagte dazu der Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller.

Mehrwert für die Gesellschaft

Das neue Ziel leiste auch einen Beitrag zur Umsetzung der Unternehmensstrategie, die nicht nur auf profitables Wachstum, sondern auch auf die Schaffung von Mehrwert für die Gesellschaft abziele. Weibliche Talente sollten frühzeitig erkannt, benannt und entwickelt werden, um so zu einer langfristigen Nachfolgeplanung beizutragen. Der größte Teil der Führungspositionen wird bei BASF aus den eigenen Reihen besetzt. Dadurch seien sie auf die „herausfordernden Aufgaben bestmöglich vorbereitet“, hieß es zur Erläuterung. Und weiter: Die systematische Entwicklung von Führungskräften bei der BASF sei nicht in wenigen Jahren zu erreichen, sondern ein langfristiger Prozess. Hintergrund: Bis zum Jahr 2030 werden rund 10.000 Mitarbeiter des BASF-Stammwerks in Rente gehen. Das sind fast 30 Prozent der derzeit dort Beschäftigten. Darunter sind auch etliche Mitarbeiter in Führungspositionen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will für Vorstände großer Unternehmen eine Quote von mindestens einer Frau einführen. Dazu hat sie vor wenigen Tagen einen Gesetzentwurf vorgelegt. Die erste Frau überhaupt an der Spitze eines Dax-Unternehmens ist seit 2019 Jennifer Morgan bei SAP – gemeinsam in einer Doppelspitze mit Christian Klein.

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