Wirtschaft
BASF baut Standort Antwerpen aus
Antwerpen. Die BASF investiert mehr als eine halbe Milliarde Euro in den Ausbau ihres belgischen Verbundstandortes in Antwerpen. Der Ludwigshafener Chemiekonzern erweitert dort die Produktionskapazität für Ethylenoxid und Ethylenoxid-Derivate von 500.000 Tonnen pro Jahr auf 900.000 Tonnen. Den Angaben der BASF zufolge entstehen rund 100 neue Arbeitsplätze.
Antwerpen ist der zweitgrößte Produktionsstandort der BASF. Rund 50 Produktionsanlagen stehen auf dem rund sechs Quadratkilometer großen Gelände. Ende 2018 waren dort 3277 Mitarbeiter beschäftigt. Auf die Frage, warum die Investitionsentscheidung auf den Standort Antwerpen gefallen sei und nicht auf Ludwigshafen sagte ein BASF-Sprecher am Montag: Ausschlaggebend sei der hohe Grad an Integration der Anlagen dort gewesen, die geplanten Erweiterungen ließen sich sehr gut eingliedern in die bestehende Infrastruktur.
Produkte für Haushalts- und Pflegemittel und die Autoindustrie
Die Investitionen umfassen eine zweite World-Scale-Produktionslinie für Ethylenoxid, einschließlich Kapazitäten für hochreines Ethylenoxid. Als World-Scale-Anlagen werden die weltweit größten Fabriken zur Herstellung eines bestimmten Produkts bezeichnet. Bestandteil des Projekts seien zudem Investitionen in die Erweiterung einiger Anlagen zur Herstellung von Ethylenoxid-Derivaten.
Wichtige Produkte, die auf Ethylenoxid basieren, sind nichtionische Tenside, Ethanolamine, Glykolether, Polyetherpolyole und andere Spezialerzeugnisse. Diese finden in zahlreichen Branchen Verwendung, etwa in der Haushalts- und Pflegemittelindustrie, in Industrieanwendungen und in der Automobilindustrie. In Europa betreibt die BASF den Angaben zufolge derzeit Ethylenoxid-Anlagen in Antwerpen und Ludwigshafen mit einer Gesamtkapazität von 845.000 Tonnen pro Jahr. Das Unternehmen ist der größte Hersteller von Ethylenoxid-Derivaten in Europa.
Betrieb soll ab 2022 starten
„Diese deutliche Kapazitätserweiterung wird es BASF ermöglichen, das fortgesetzte Wachstum unserer Kunden in Europa zu unterstützen“, sagt Hartwig Michels, President Petrochemicals, BASF. Die schrittweise Inbetriebnahme der neuen Anlagen ist ab dem Jahr 2022 geplant, der Bau solle im ersten Halbjahr 2020 beginnen.
Zu den Derivaten von Ethylenoxid zählen beispielsweise Glykolether für Automobilanwendungen. „Die Erhöhung unserer Kapazitäten für Trimethylglykol versetzt uns in die Lage, die steigende Nachfrage nach Hochleistungs-Bremsflüssigkeiten in Europa und Asien zu bedienen. Die zunehmende Anzahl von automatisierten Fahrzeugen, die etwa Systeme zur Geschwindigkeits- und Abstandsregelung nutzen, benötigen Bremsflüssigkeiten, die auch unter anspruchsvollen Bedingungen sehr gute Leistung erbringen“, sagte Anup Kothari, President Performance Chemicals, BASF.