Meinung Bahnhöfe: Modernisierungen sind überfällig

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Viele Bahnhöfe in Deutschland sind marode. Das liegt vor allem an Fehlstrukturen, die schnell ausgebessert werden müssen.

Einst Visitenkarte, inzwischen Schandfleck – der Ärger über den beklagenswerten Zustand mancher Bahnhöfe in Deutschland hält seit Jahrzehnten an. Ehemals prächtige Empfangsgebäude verfallen und sind abgesperrt, Verkaufsschalter, beheizte Warteräume und funktionierende Toiletten fehlen, stattdessen lässt die verantwortliche Deutsche Bahn ihre Kunden an zugigen Bahnsteigen auf häufig verspätete Züge warten. Attraktiver Schienenverkehr sieht anders aus, so werden potenzielle Fahrgäste mehr abgeschreckt als angezogen.

Mehrere gravierende Gründe

Es gibt mehrere gravierende Gründe für diese Missstände. Ein Hauptfehler der Politik war es, bei der Bahnreform 1994 die mehr als 5000 Stationen der neuen, bald auf Rendite- und Börsenkurs steuernden DB AG zu überlassen. Der Staatskonzern verscherbelte Tausende Immobilien zu Spottpreisen, investiert bis heute vor allem in seine ICE-Pisten und Metropolstationen und sparte Nebenstrecken kaputt, besonders krass in Ostdeutschland, wo viele Bahnhofsruinen lange die Landschaft verschandelt haben und es teils immer noch tun.

Für die DB AG ist die Bundesregierung verantwortlich, für den Regionalverkehr sind es die Länder. Die Bahnreform hat zu vielen Strukturproblemen, zu Fehlsteuerungen und überbordender Bürokratie geführt, wie der neue Prüfbericht des Bundesrechnungshofs wieder aufdeckt. Die mangelnde Umsetzung der geplanten Modernisierung von gerade mal knapp 200 Bahnhöfen zeigt einmal mehr, wir dringend und überfällig es ist, den deutschen Schienenverkehr besser aufzustellen und für mehr Effizienz und Transparenz auch bei den Finanzflüssen zu sorgen, damit die Bahn nicht weiter zum Fass ohne Boden wird.

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