Wirtschaft Bahn-Fernverkehr: Großer Sprung zum Deutschland-Takt
Die Deutsche Bahn (DB) will ihre Fahrgastzahl im Fernverkehr bis zum Jahr 2030 auf jährlich rund 280 Millionen fast verdoppeln.
„Der Markt gibt das her, der Bedarf an umweltschonender Mobilität nimmt beständig zu“, sagt DB-Personenverkehrschef Berthold Huber. Dafür müssten aber „alle an einem Strang ziehen“. Nötig seien vor allem hohe Investitionen in das bundeseigene Schienennetz, betont der Manager. Das müsse konsequent umgesetzt werden. Dann könne bis 2030 der Deutschland-Takt starten, der bundesweit mehr Anschlüsse, regelmäßige Abfahrtzeiten und kürzeres Umsteigen bringen soll. Die DB selbst will ihre Angebotsqualität mit dem größten Investitionsprogramm der DB-Geschichte in den nächsten Jahren deutlich verbessern. Rund 200 neue Züge für fast 7 Milliarden Euro seien bestellt. Huber begrüßt die Ankündigung von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), sich für die Senkung der Mehrwertsteuer bei Fahrkarten für den Fernverkehr von 19 auf 7 Prozent stark zu machen: „Wir könnten dadurch rund fünf Millionen zusätzliche Fahrgäste pro Jahr gewinnen.“ Drei Viertel davon würden von der Straße auf die Schiene umsteigen, erwartet der Manager. „Das würde die anvisierte Verkehrs- und damit die Klimawende weiter voranbringen.“ Laut dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung soll sich bis 2030 die Fahrgastzahl auf der Schiene verdoppeln. „Es ist richtig, solch ehrgeizige politische Ziele zu setzen“, meint Huber. „In vielen Städten und auch zwischen den Ballungsräumen kommt man mit dem Auto kaum noch voran, daran werden auch autonome und elektrische Fahrzeuge wenig ändern“, so Huber. „Diese Chance für die Bahn müssen wir nutzen, schon im Interesse des Klimaschutzes.“