Frankfurter Börsen-Info
Alle Augen richten sich auf die Fed
Auf fünf Prozent ist die Inflationsrate in den USA im Mai hochgeschnellt. Der überraschend starke Anstieg liefert Zündstoff für die Ratssitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die am Dienstag beginnt.
Viele Beobachter erwarten, dass die Notenbanker eine Diskussion darüber eröffnen, wann der Kauf von Staatsanleihen und Wertpapieren zurückgefahren werden kann. Aktuell pumpt die Fed mit diesen Käufen monatlich rund 120 Milliarden Dollar in den Markt. Für ein offizielles Ausstiegssignal reichten die vorliegenden Konjunkturdaten wohl noch nicht aus, schreiben die Analysten der Commerzbank. Doch die Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell könnte erste Hinweise darauf liefern, wann die Notenbank ihren Kurs zu ändern gedenkt. Für eine behutsame Vorgehensweise sprechen die Erfahrungen aus der Vergangenheit: Im Frühjahr 2013 gab es heftige Turbulenzen an den Börsen, weil der damalige US-Notenbankchef Ben Bernanke eine Verringerung der als Reaktion auf die Finanzkrise losgetretenen Geldschwemme ankündigte. Solche Verwerfungen will man nicht noch einmal auslösen. Frank Klumpp von der LBBW erwartet von der Fed-Sitzung am Mittwoch deshalb „bestenfalls nuancierte Veränderungen der Tonlage, so dass sich die Aktienmärkte wohl kaum aus der Sommerruhe locken lassen dürften“.
Die LBBW sieht den Deutschen Aktienindex (Dax) zum Jahresende bei rund 16.000 Zählern. Die Commerzbank dagegen erwartet im Laufe des zweiten Halbjahres einen Rückgang auf 14.200 Indexpunkte. Zur Begründung verweist Commerzbank-Analyst Markus Wallner darauf, dass angesichts der jüngsten Konjunkturerholung in die Aktienkurse vieler Unternehmen bereits hohe Gewinnerwartungen eingepreist sind. Die müssen sich nun erst einmal erfüllen.