Frankfurter Börsen-Info
Aktienmarkt: Das Stimmungsbild bleibt gemischt
Der Aufschwungsoptimismus ist berechtigt – meinen zumindest die Analysten des Vermögensverwalters Federated Hermes. Der Export bewahrt die deutsche Wirtschaft vor Schlimmerem, mahnt dagegen Jörg Zeuner, der Chefvolkswirt der Union Investment. Und die DWS, der Vermögensverwalter der Deutschen Bank, weist darauf hin, dass das kräftige Wirtschaftswachstum in den USA im ersten Quartal hauptsächlich auf den „staatlich garantierten Konsum“ zurückzuführen sei. Kurzgefasst: Das Stimmungsbild ist nach wie vor gemischt.
Bisher jedoch scheinen sich die Anleger von den Unsicherheiten und Risiken nicht wirklich bremsen zu lassen, die Rekordjagd an den Börsen geht, mit kleinen Schwankungen, weiter. Doch nach und nach werden auch warnende Stimmen laut: „Wir sind nun an einem Punkt, an dem ich Exzesse und Ungleichgewichte an den Finanzmärkten beobachte“, sagte zum Beispiel Robert Kaplan, der die Filiale der US-Notenbank Federal Reserve in Dallas leitet, am Wochenende. Bisher sieht die US-Notenbank jedoch – ebenso wie die Europäische Zentralbank – noch keinen Grund, von ihrer extrem lockeren Geldpolitik abzurücken, wie die US-Währungshüter erst vergangene Woche wieder betont haben. Das ist grundsätzlich gut für die Aktienmärkte, denn viel flüssiges Geld und niedrige Zinsen erhöhen die Attraktivität der Aktien. Allerdings dürften die Märkte in den nächsten Wochen dennoch eher in Wartestellung bleiben – Analysten verweisen dabei auf die traditionelle, saisonale Schwächephase im Mai und Juni.
Überraschungen sind allerdings nicht auszuschließen – vor allem mit Blick auf die zahlreichen Quartalsberichte, die in der neuen Woche auf dem Plan stehen. In Deutschland eröffnen am Montag der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers, das Immobilienunternehmen Alstria Office und die Biotechfirma Qiagen den Zahlenreigen. Tags darauf folgen neben den Dax-Unternehmen Infineon und Vonovia der Fernwartungssoftware-Spezialist Teamviewer und der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer. Zur Wochenmitte informieren Siemens Energy, der Autozulieferer Norma, Hugo Boss, Hannover Rück, das Mobilfunkunternehmen Freenet und das Biotech-Unternehmen Morphosys über ihren Jahresauftakt. Großkampftag ist dann der Donnerstag, wenn allein aus dem Dax acht Unternehmen ihre Quartalsberichte angekündigt haben unter anderen Volkswagen, der Medizinkonzern Fresenius sowie seine Dialysetochter FMC und der Gasspezialist Linde. Am Freitag folgen unter anderem Zahlen der Dax-Konzerne Siemens, Adidas und BMW.