Meinung
Aktienkauf: Es gibt kein perfektes Timing
Eine alte Börsenweisheit lautet „Sell in May and go away“. Im Mai soll man seine Aktien also verkaufen und, so geht die Redensart weiter, erst im Herbst an die Börse zurückkehren. Hintergrund dieser Empfehlung ist, dass in den Sommermonaten meist vergleichsweise wenig gehandelt wird und die Preisausschläge dadurch heftiger ausfallen. Wobei die Beweislage nicht eindeutig ist – je nachdem, welcher Index über welchen historischen Zeitraum betrachtet wird, fallen die Statistiken zur Kursentwicklung je Monat durchaus unterschiedlich aus.
Natürlich würde man sich als Anleger eine glasklare Empfehlung wünschen. Die Wahrheit ist aber: Einen perfekten Zeitplan für den Kauf oder Verkauf von Aktien gibt es nicht. Was der perfekte Zeitpunkt gewesen wäre, weiß man immer erst hinterher. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist diese Frage aber eher unwichtig. Wer 15 Jahre oder länger in den Aktienmarkt investiert und sein Geld auf Anteilsscheine von Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern verteilt, minimiert das Risiko und hat gute Chancen auf auskömmliche Renditen. Wer regelmäßig in einen Fondssparplan einzahlt, muss sich über den Einstiegszeitpunkt ohnehin keine Gedanken machen. Und wenn das Sparziel noch einige Jahre entfernt ist, gibt es auch keinen Grund für einen Ausstieg.
Wer seine Aktien jetzt versilbert, tut es in einer Hochphase
Wer weiß, dass er demnächst einen Batzen Geld braucht, kann nicht viel falsch machen, wenn er jetzt verkauft. Denn mit jedem weiteren Kursanstieg wächst das Risiko von Rückschlägen. Wann genau die Stimmung kippt, weiß man eben erst hinterher.
