Wirtschaft Kommentar zu Corona und Bahnverkehr: Noch ein Störfaktor mehr

Die Haupthalle des Mannheimer Hauptbahnhofs war zeitweise wegen eines Corona-Verdachtsfalls gesperrt.
Die Haupthalle des Mannheimer Hauptbahnhofs war zeitweise wegen eines Corona-Verdachtsfalls gesperrt.

Bisher halten sich die Probleme für den Bahnbetrieb durch das Coronavirus noch einigermaßen in Grenzen. Aber das kann sich ganz schnell ändern.

Am Donnerstag vergangener Woche gab es die Hiobsbotschaft „Mannheimer Hauptbahnhof gesperrt“. Zum Glück stellte sich schnell heraus, dass nur ein Teil der Bahnhofshalle abgesperrt war, während der Zugverkehr relativ normal lief. Im Nachhinein erwies sich die Aufregung als völlig unnötig. Ganz ähnlich war es bei einem Fall, der für noch viel mehr Wirbel sorgte, weil in der vergangenen Woche ein Zug des Bahnunternehmens Vlexx zwei Stunden lang in Idar-Oberstein gestoppt wurde. Die Fotos von dem abgesperrten Zug machten in ganz Deutschland die Runde. Auch hier gab es am nächsten Vormittag Entwarnung und die Frage drängte sich auf, ob der Wirbel angesichts der tatsächlichen Lage nötig war.

Es ist aber verständlich, dass sich gerade bei der DB und in den verantwortlichen Behörden derzeit niemand dem Vorwurf aussetzen will, aus Sorglosigkeit nötige Maßnahmen unterlassen zu haben und im Zweifelsfall eher zu vorsichtig ist.

Der Bahnverkehr ist durch die Coronavirus-Krise noch viel störanfälliger geworden als er sowieso schon ist. Es gibt nun ein hohes Zusatzpotenzial für unliebsame Überraschungen. Wie sehr einen dies schreckt, ist wohl eine individuelle Charakterfrage. Die meisten Bahnfahrgäste scheinen die Situation bisher noch relativ gelassen zu sehen.

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