Rheinpfalz Zweifel am Ökoweinbau

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MAINZ. Weinbauminister Volker Wissing (FDP) hat die EU für deren Verbot des Pflanzenschutzmittels Kaliumphosphonat im Ökoweinbau kritisiert.

Der Einsatz des Mittels sei besonders wichtig für die nördlich gelegenen Weinbauländer in Europa, sagte Wissing gestern im Landtag. Deshalb werde mit dem Verbot der Wettbewerb beeinflusst. Wie gestern berichtet, war der natürliche Wirkstoff noch bis 2013 als Stärkungsmittel im ökologischen Weinbau einsetzbar, ist seither dort aber nicht mehr zugelassen. Kaliumphosphonat gilt im Bio-Weinbau als das einzige Mittel, das beim derzeitigen feuchten Wetter die Ausbreitung des Falschen Mehltau (Peronospora) wirksam bekämpfen kann. Wissing und Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) hatten angesichts drohender Ernteverluste einen wissenschaftlichen Großversuch mit Kaliumphosphonat auf dem Staatsweingut Bad Kreuznach ausgerufen und die Teilnahme allen Bio-Weinbaubetrieben geöffnet. Offen ist, ob die EU dies akzeptieren wird. Nur in diesem Fall müssten die teilnehmenden Winzer nur ein Jahr lang statt drei Jahre darauf verzichten, ihre Weine als ökologisch zu vermarkten. Unterstützung bekamen Wissing und Höfken gestern im Landtag von SPD, FDP und Grünen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Weber, forderte die Bundesregierung auf, sich in Brüssel dafür einzusetzen, dass Kaliumphosphonat ausnahmsweise verwendet werden darf. Der CDU-Abgeordnete Horst Gies sagte, Wissings Maßnahme sei „gut und wichtig“. Die Situation zeige aber auch, dass der Ökoweinbau an seine Grenzen stoße. Gies gab den Grünen Mitschuld an der aufgrund der Regenmassen teilweise existenzbedrohenden Lage der Ökowinzer. Die Partei habe das Kaliumphosphonat-Verbot in Brüssel mit betrieben. Auch Timo Böhme (AfD) meldete Zweifel an, ob es sinnvoll sei, den Ökoweinbau weiter auszubauen. |nob

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