Rheinpfalz Zur Sache: Der Kreis empfiehlt, bei Sprachproblemen den eigenen Standort zu nennen

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Zur Notrufproblematik in der Grenzregion hat RHEINPFALZ-Mitarbeiter Bernd Danner den Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Südwestpfalz befragt. Für die Kreisverwaltung hat Pressesprecherin Ulla Eder geantwortet. Weshalb wird man in der Grenzregion von deutscher Seite mit einer französischen Leitstelle verbunden? Durch Überreichweiten im Mobilfunknetz kann es vorkommen, dass ein Anruf nicht bei der zuständigen Leitstelle eingeht, da sich die meisten Handys automatisch mit dem „stärksten Netz“ verbinden. Dies kann je nach Standort im Grenzgebiet das französische oder das deutsche Netz sein. Dadurch kann wertvolle Zeit in der Rettungskette verloren gehen. Wie kann da Abhilfe geschaffen werden? Könnten die Leitstellen beider Ländern zweisprachig besetzt werden? Und was ist Hilfesuchenden zu raten, damit sie mit der deutschen Leitstelle verbunden werden? Über den europäischen Notruf 112 ist jederzeit gewährleistet, dass der Anrufer, abhängig von Standort und verfügbarem Mobilfunknetz, die nächst erreichbare beziehungsweise zuständige Leitstelle kontaktieren kann. Die Alarmierung von Rettungskräften durch die Leitstelle ist nur im Bereich der eigenen Zuständigkeit möglich. Bei Verständigungsschwierigkeiten mit Hilfesuchenden können die Leitstellen den Notruf ohne großen Zeitverlust von Frankreich nach Deutschland und umkehrt weiterleiten. Die Leitstelle Südpfalz in Landau hat dazu eine eigene Frankreich-Hotline geschaltet. Ganz wichtig ist, dass ein deutscher Anrufer, der bei einem Notruf mit einer Leitstelle in Frankreich verbunden wird, bei Verständigungsproblemen seinen Standort nennt und verlangt, mit der Leitstelle in Landau verbunden zu werden, die dann erforderliche Maßnahmen einleitet. Daneben können Anrufer ihr Mobiltelefon manuell ins deutsche Netz einbuchen, so dass der Notruf im deutschen Mobilfunknetz erfolgt (sofern dies verfügbar ist). Das ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn der Anrufer die erforderlichen Schritte zügig vornehmen kann. Falls der Versuch, über die 112 Hilfe zu rufen, wegen Sprachproblemen scheitert, könnte ein Notruf bei der Polizei unter 110 eine Hilfe sein? Aus Sicht der Kreisverwaltung ist die Einbindung der Polizei über die 110 für rein rettungsdienstliche Maßnahmen nicht zielführend. Der direkte Kontakt zwischen dem Anrufer vor Ort und dem Disponenten der Leitstelle ist für notwendige Rückfragen von erheblicher Bedeutung, damit über erforderliche Rettungsmaßnahmen entschieden werden kann. Hält es der Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises für erforderlich, für die Grenzregion bessere Lösungen zu finden? Wer müsste aktiv werden? Der Leiter der Integrierten Leitstelle Südpfalz ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Katastrophenhilfe der Oberrheinkonferenz. Dort beschäftigt sich ein Expertenkreis mit der Entwicklung eines Unterstützungssystems für den mehrsprachigen Notrufdialog zwischen Hilfesuchenden und Leitstelle. Zudem wird an einer technischen Lösung zur Sicherstellung der mehrsprachigen Kommunikation zwischen den Leitstellen gearbeitet. Noch in diesem Jahr sollen Termine zur Verbesserung der deutsch-französischen Zusammenarbeit vereinbart werden. Dabei trifft sich das Leistellenpersonal beider Grenzregionen, um einen Erfahrungsaustausch auf Arbeitsebene vorzunehmen. |dan

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