Rheinpfalz Zur Sache: Der Jakobsweg

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Als Camino de Santiago, in Deutschland als Jakobsweg bekannt, wird eine Anzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa bezeichnet, die alle das angebliche Grab des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostela in Galicien zum Ziel haben. Der bekannteste Weg ist der Camino Francés, die hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens, die von den Pyrenäen quer durch Spanien die verschiedenen Königsstätte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León miteinander verbindet und schließlich zum Jakobsgrab führt. Diese über 800 Kilometer lange Route entstand zu Beginn des 11. Jahrhunderts. Der Weg hat mit Somport-Aragón und Roncesvalles-Navarra zwei Ausgangspunkte, die jedoch Puente la Reina wieder zusammenführen. Von den Pyrenäen führt der Weg zunächst in das Weinland Rioja, dann quer durch das spanische Kernland (Kastilien und León) bis schließlich nach Galicien. Ein Pilgerführer des 12. Jahrhunderts, der im Jakobsbuch, die Hauptquelle zur Jakobusverehrung im Hochmittelalter, enthalten ist, nannte für den französischen Raum vier weitere Wege, die sich im Umfeld der Pyrenäen zu einem Strang vereinigen. Nach der Wiederbelebung der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela in den 1970er und 1980er Jahren wurde der spanische Hauptweg 1993 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen, schon 1987 hatte der Europarat die Wege der Jakobspilger in ganz Europa – unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich – zur europäischen Kulturroute erhoben. Neun Jahre später wurden auch die vier französischen, im Jakobsbuch erwähnten, Wege den Titel „UNESCO-Welterbe“. Die Grabstätte in Santiago de Compostela entwickelte sich im Mittelalter neben den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus in Rom sowie den heiligen Stätten in Jerusalem zum dritten Hauptziel der christlichen Pilgerfahrt. (hlr)

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