Rheinpfalz Zur richtigen Zeit kaufen und verkaufen
„Wir haben nicht mit einem Sieg gerechnet, wir waren echt überrascht, dass wir so stark waren“, erklärt Tim Stutzkeitz, einer der Sieger des Planspiels Börse, am vergangenen Montag bei der Preisverleihung im Gasthaus Gerlach in Konken. Das vierköpfige Team vom Veldenz-Gymnasium Lauterecken durfte sich über ein Preisgeld in Höhe von 675 Euro freuen.
Das Planspiel Börse ist eine Initiative der Sparkassen-Finanzgruppe, die sich vorwiegend an Schüler allgemein- und berufsbildender Schulen wendet. Ziel des Planspiels ist dabei das Training mit dem Handels von Wertpapieren. Es besteht dabei aus einer Mischung von Fiktion und Realität, bei der das Börsengeschehen in teilweise vereinfachter Form abgebildet wird. In Form eines Wettbewerbs versuchen die Teilnehmer den virtuellen Wert ihres Depots durch geschickte Käufe und Verkäufe von Wertpapieren bis zum Spielende möglichst zu erhöhen oder den höchsten Ertrag mit nachhaltigen Wertpapieren zu erwirtschaften. Das Börsenspiel besteht seit 1985 und wird einmal im Jahr, immer im Herbst, veranstaltet. „Sinn und Zweck des Wettbewerbs ist es, die Jugendlichen mal zum Nachdenken zu motivieren, damit sie auch mal Nachrichten schauen und sich mit Themen der Wirtschaft befassen“, erklärt der Sparkassen-Marketingleiter Roland Sander. Beim zehnwöchigen Wettbewerb starteten 90 Teams aus dem Kreis Kusel mit einem Startkapital von jeweils 50.000 Euro, die zehn besten wurden am vergangenen Montag zur Siegerehrung nach Konken eingeladen. Den dritten Platz belegte eine Gruppe des Siebenpfeiffer-Gymnasiums in Kusel mit einem Gewinn von 3242 Euro, der zweite Platz ging an ein Team der Realschule plus in Kusel mit einem Überschuss von 5455 Euro, und die Siegergruppe „Drei Engel für Lena“ vom Veldenz-Gymnasium Lauterecken machte 7318 Euro Gewinn. „Das war ein souveräner Gewinn, ihr wart fast die komplette Spielzeit auf Platz eins, in der Rheinland-Pfalz-Wertung habt ihr den vierten Platz geholt“, beglückwünscht Sander die Erstplatzierten. „Gewonnen haben wir vor allem durch Aktien der Deutschen Bank, die wir bei einem Kurs von zwölf gekauft und bei 16 verkauft haben“, berichtet Felix Neu vom Team „3 Engel für Lena“. Außerdem hätten sie erfolgreich mit Aktien von Hugo Boss und Nokia gehandelt. Namensgeberin der Gruppe ist Lena Stutzkeitz, die als Einzige mit drei Jungs zusammenarbeitete: „Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, wir hatten zwar zu Beginn alle keine Ahnung von der Börse, aber wir haben uns nach und nach eingearbeitet, es war auf alle Fälle eine wichtige Erfahrung für uns“, resümiert Stutzkeitz. Nächstes Jahr wolle man wieder in gleicher Formation antreten. Auch Gewinner Tim Stutzkeitz hat das Börsenspiel sehr viel Spaß gemacht: „Wir haben viel gelernt über den Aktienhandel und die Wirtschaft im Allgemeinen, wir waren täglich auf dem aktuellsten Stand und haben die Kurse verfolgt“. Eigentlich sei das Spiel anfangs für die Gruppe nur „just for fun“ gewesen, aber nach und nach habe man sich mehr informiert, sich Wirtschaftsfragen von den Eltern erklären lassen und regelmäßig Nachrichten geschaut, schildert Stutzkeitz. „Auch die Lehrer in der Schule haben uns unterstützt und uns schon mal fünf Minuten Zeit gegeben, um uns zu beraten, ansonsten haben wir uns von zu Hause aus ausgetauscht oder uns getroffen“, sagt Stutzkeitz. Was denn nun mit dem Preisgeld geschehen soll? „Wir wissen es noch nicht, vielleicht vertrinken wir es oder wir kaufen uns 600 Burger, auf jeden Fall wollen wir das Geld gemeinsam auf den Kopf hauen.“ Auch der Gruppe von der Realschule plus Lauterecken-Wolfstein, die den siebten Platz belegte, hat der Wettbewerb sehr gut gefallen: „Es hat uns Spaß gemacht, man konnte einen guten Einblick in die Börsenwelt gewinnen, nächstes Jahr wollen wir wieder mitmachen“, ist Alexander Müller sicher. „Wir haben vorher keine Ahnung von Aktien gehabt, wir haben vor allem aus Sympathie Wertpapiere von Apple und Adidas gekauft. Nur beim Pharmaunternehmen Merck haben wir zugeschlagen, weil die Kurse ständig gestiegen sind“, erläutert Leon Groß. „Nächstes Jahr wollen wir wieder teilnehmen“, meint Marvin Sander von der Realschule plus in Kusel, der mit seinem Team den fünften Platz erreichte. „Wir konnten vor allem mit dem Kauf von Lufthansa-Aktien punkten, die sind um 30 Prozent gestiegen.“ Eine weitere Gruppe der Realschule plus um Celine Keller und Lisa Christmann ist in der Gesamtwertung Zweiter geworden: „Der Wettbewerb war gar nicht so einfach, wir wussten anfangs nicht, was wir kaufen sollen, dann haben wir aber mit der Commerzbank und der Deutschen Bank doch ein glückliches Händchen gehabt“, berichtet Keller. Auch sie möchten beim nächsten Börsenspiel, das am 27. September beginnt, wieder dabei sein. |bone