Rheinpfalz Zum Geburtstag Reißaus mit der Familie

Georg Denz
Georg Denz

«MÜNCHWEILER.» Am heutigen Mittwoch feiert Georg Denz seinen 70. Geburtstag. Er steht noch sehr aktiv mitten im Leben. Sowohl politisch als auch sportlich.

Seit 2009 führt er seine Heimatgemeinde als Bürgermeister. Mehr als 60 Jahre bereits hält er dem Fußballclub und seit vielen Jahren auch dem Tennisclub Grün-Weiß die Treue. Seit Jahrzehnten ist er Mitglied der CDU. Heute aber, an seinem Geburtstag, „nehme ich Reißaus“, wie er schmunzelnd sagt. Denz ist in Münchweiler geboren, besuchte hier die Schule und erlernte bei Johann Melzer das Handwerk des Elektroinstallateurs. Dazu gibt es eine schöne Anekdote: Nach Beendigung der Volksschule forderte ihn seine Mutter auf, sich um eine Lehre zu kümmern. Familie Denz wohnte in der „Krone“, im Hause von Melzer. Er sei die Treppen heruntergegangen, um bei Firmen im Ort um eine Anstellung anzufragen. Dabei traf er auf Johann Melzer, der ihn fragte, wohin er denn gehe. Nach seiner Antwort, auf Lehrsuche, habe ihm Melzer gesagt: „Bu, du brauchschd net weiter zu suche. Kumm morje zu mehr. Do kannschd e Lehr mache.“ So einfach war das damals. „Und gleich beim ersten Lehrgeld lag das Formular zum Eintritt in die Junge Union. Johann Melzer war nämlich der CDU-Ortsvorsitzende“, erzählt Denz. Nach erfolgreichem Lehrabschluss bildete sich Denz zum Elektrotechniker weiter. Er arbeitete 39 Jahre in dem Beruf, „davon sehr lange auf Montage in vielen Ländern“ für die Pirmasenser Firma PSB. Schon mit sieben Jahren kickte Denz bei den „Schwarz-Gelben“, dem FCM, damals noch der einzige Fußballverein im Dorf. Die Position Mittelstürmer oder Libero, wie sie damals genannt wurde, passte zu dem 1,90 Meter langen Fußballer. Ganz stolz ist Denz darauf, dass er mit dem mittlerweile verstorbenen, aber unvergessenen Seppl Pirrung – dem Dribbel-König vom 1. FC Kaiserslautern – in der A-Jugend spielte. „Wir haben damals sämtliche Titel ohne Punktverluste abgeräumt,“ erinnert sich Denz gerne. Später spielte er in der zweiten Amateurliga mit der FCM-Elf. Einige Jahre leitete er als Vorsitzender die Geschicke des FCM. Heute wirkt Denz als „graue Eminenz“ hinter den FCM-Kulissen. Von 1999 bis 2009 war Denz Ortsbeigeordneter, seit 2009 ist er Bürgermeister. Von Anfang an habe er kein Verständnis dafür gehabt, dass sich im Ort, eigentlich aus dem Ur-Verein FCM, noch zwei weitere, also insgesamt drei Fußballvereine bildeten. Er habe nie einen dieser Vereine benachteiligen wollen, sei aber immer bestrebt gewesen, sie „irgendwann einmal wieder alle zusammenzuführen. Gott sei Dank ist mir das nun gelungen“, freut er sich. Bezüglich Tennis ist Denz noch aktiv. Er spielt derzeit in Petersberg in der Ü-65-Mannschaft in der A-Klasse, die auf Platz eins steht. Früher spielte er sogar in hohen Klassen bis hin zur Bundesliga. Während dieser Zeit seien viele Freundschaften entstanden, bilanziert er zufrieden. Sein politisches Wirken sieht er mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“. Ein totaler Reinfall sei das Projekt „Arius-Bunker“ – hier sollte ein Rechenzentrum entstehen – geworden, aus dem nach seiner Meinung etwas sehr Gutes hätte werden können. Hier vermisste er die nötige kommunale Unterstützung. In Sachen Gräfensteiner Park sei er unzufrieden mit der Entwicklung des Freizeit- und Erholungskonzepts. Sehr zufrieden hingegen sei er mit der Ansiedlung von jungen Familien mit Kindern. Die Bauplätze im Gräfensteiner Park seien sehr gefragt. Weitere sollen hier realisiert werden. Trotz Widerständen habe er den Ausbau der Industriestraße durchgezogen. Gut sei, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Kindergärten, gemeindlich und kirchlich, zwischenzeitlich hervorragend funktioniere. Viel Befriedigung hätten ihm seine Ehrenämter als Arbeitsrichter in Speyer und auch als Schöffe verschafft. „Es war mir schon immer ein Bedürfnis, Schwächeren zu helfen“, sagt er. Ab dem kommenden Jahr 2019 will er „mit allem Schluss machen“ und Privatier werden. Mit seiner Ehefrau Ingrid, die er 1972 heiratete, will er mehr auf Reisen gehen, in Südtirol wandern, und ganz besonders alte Freundschaften auffrischen. Außerdem soll der Kontakt zu seinen „Enkeln“, den Kindern seines Neffen, enger geknüpft werden. Familie soll künftig im Vordergrund stehen; so verbringt Georg Denz seinen 70. Geburtstag auch in einem Urlaub mit dem engsten Familienkreis.

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