Rheinpfalz „Wir sind Kirche, keine Behörde“
«Neunkirchen.» Der St. Wendeler Pfarrer Markus Karsch wird am Sonntag, 8. April, als neuer Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Saar-Ost eingeführt. Der 49-Jährige war auf der Synode im vergangenen November als Nachfolger von Gerhard Koepke gewählt worden, der in den Ruhestand wechselte (wir berichteten).
Ab kommender Woche ist Markus Karsch vom Verwaltungssitz Neunkirchen aus für 52.550 Gemeindemitglieder in 15 Kirchengemeinden zuständig. „An Kirche, Gemeinde und Glaube hängt mein Herz“, bekennt er. „Da will ich etwas verändern und verbessern.“ Und genau dazu hat er jetzt große Chancen. Er freue sich auf die neue Aufgabe als Superintendent, sagt Karsch. „Es ist toll, etwas zu bewegen und Verantwortung zu übernehmen.“ Der Kirchenkreis Saar-Ost der Evangelischen Kirche im Rheinland erstreckt sich von St. Wendel über Ottweiler und Neunkirchen bis nach Dudweiler in die Landeshauptstadt Saarbrücken hinein. Karsch stammt aus einer stark kirchlich geprägten Familie. Der Saarländer wurde in Merzig geboren und wuchs in Mettlach auf. Eigentlich wollte er zunächst Luft- und Raumfahrttechniker werden, berichtet der 49-Jährige im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Auf dem Weg zur Einschreibung habe ich mich aber umentschieden.“ Das Theologiestudium führte ihn nach Bonn, anschließend war er Vikar in Offenbach-Hundheim im damaligen Kirchenkreis St. Wendel. Karsch ist mit einer Pfarrerin verheiratet und Vater eines Sohnes. Seine Frau unterrichtet an der Berufsbildenden Schule in Sulzbach. Die Familie wohnt in St. Wendel, wo der künftige Superintendent bereits seit 15 Jahren als Pfarrer tätig ist. In der bisherigen Gemeindearbeit mit rund 7500 Mitgliedern der Gesamtkirchengemeinde St. Wendel sei die Jugendarbeit sein Steckenpferd gewesen, berichtet Karsch. Als neuer Superintendent möchte er den Gemeinden helfen, ihren Weg zu finden, betont der Pfarrer, der sich als Teamplayer bezeichnet. Lange sei in der Vergangenheit über Verwaltungen, Finanzen und Strukturen gesprochen worden. Jetzt möchte Karsch wieder stärker zu kirchlichen Inhalten zurückkehren: „Wir sind Kirche, keine Behörde!“ Das bedeute aber nicht, dass damit weitere Strukturveränderungen ausgeschlossen sind. „Das wird sich nicht vermeiden lassen, denn wir werden immer kleiner.“ Eine Herausforderung sieht er darin, den Menschen aufzuzeigen, was Kirche für sie bringen kann: „Es gibt doch mehr im Leben als Karriere, Internet und die Hektik, über die wir alle klagen“, gibt Karsch zu bedenken. Kirche müsse den Menschen etwas bieten, ist er überzeugt. Darum möchte er mit den unterschiedlichen Gemeinden im Kirchenkreis in Kontakt treten – von der prosperierenden Gemeinde in St. Wendel bis zur von Arbeitslosigkeit geprägten Gemeinde in Neunkirchen. In seiner Freizeit wechselt der künftige Superintendent vom Altar gerne am Herd. Inspirieren lässt er sich bei seinem Hobby, dem Kochen, unter anderem von einer ordentlichen Sammlung von Kochbüchern. Info Die Einführung von Markus Karsch als neuer Superintendent übernimmt am 8. April, 14 Uhr, in der evangelischen Kirche in Sulzbach der rheinische Präses Manfred Rekowski.