Rheinpfalz Wichtiger Lückenschluss für Radfahrer kommt voran

Die Untere Naturschutzbehörde muss prüfen, ob es entlang des Mühlenwegs zwischen Wallhalben und der Faustermühle Pflanzen oder Tiere gibt, die in der aktuellen Jahreszeit besonders schützenswert sind. Ist das nicht der Fall ist, stehe der Forst bereit, um bis Ende März entlang des Wegs notwendige Freischneidearbeiten vorzunehmen.
Sei das möglich, könne mit dem Ausbau des acht Kilometer langen Teilstücks des Sickinger-Mühlen-Radwegs im Sommer begonnen werden. 850.000 Euro wird der Ausbau voraussichtlich kosten. Das erläuterte Georg Visse vom Ingenieurbüro Dilger am Dienstag dem Verbandsgemeinderat Thaleischweiler-Wallhalben. Die Planungen für den Radweg, der eine sogenannte geohydraulische Tragschicht erhalten wird, nahm der Rat an. Zuschussanträge werden gestellt. Ausgebaut wird der Radweg auf der Trasse des bestehenden Wanderwegs. Es ist ein unbefestigter Waldweg, der teils in sehr schlechtem Zustand sei. Vor allem in den Senken sammele sich das Wasser. Deshalb sei es eine Herausforderung, den Weg stabil zu bekommen, erläuterte Visse. Bislang wurden unter anderem 37 Lastplattenversuche vorgenommen, um die Standfestigkeit zu prüfen. Nach Absprache mit dem Forst und der Naturschutzbehörde ist der Ausbau des Wegs mit Asphalt nicht erlaubt und deshalb der Bau einer hydraulisch gebundenen Tragschicht vorgesehen. Dazu werden die verschlammte Oberschicht des Weges, die darunter befindliche Grasnarbe und die Humusschicht abgetragen. Dann wird in etwa 40 Zentimetern Tiefe gefräst; während dieses Vorgangs wird Zement eingebracht, der sich mit dem Fräsgut vom Weg zu einer Schicht verbindet. Darauf wird ein Splittgemisch gelegt, das sich beim Verdichten mit der hydraulisch gebundenen Schicht verbindet. 850.000 Euro kostet der Ausbau mittels dieses Verfahrens. Würde der Radweg herkömmlich, mit Einbringen von Schotter, ausgebaut, lägen die Ausbaukosten bei über einer Million Euro. Entlang des Radwegs kann sich das Ingenieurbüro verschiedene attraktive Haltepunkte vorstellen. Ob diese, und falls ja welche, realisiert werden, muss der Rat entscheiden. Ideen sind zum Beispiel ein optisch schön gestalteter Treffpunkt am Einstieg zum Radweg an der Faustermühle. Entlang des Weges sei an der Felsquelle eine kleine Raststation mit Tischen und Bänken denkbar, erläuterte Visse. An der Quellfassung der Kneispermühle ließe sich das Thema Trinkwassergewinnung erlebbar machen, beispielsweise in Form eines Mini-Mühlrades. Bei Wallhalben ließe sich der alte Waschbrunnen der Gemeinde restaurieren. Der Weg muss auf einer Breite von 3,50 Meter ausgebaut werden, damit er auch in Zukunft von den schweren Forstmaschinen befahrbar ist. Andernfalls stimme der Forst einem Ausbau nicht zu, verdeutlichten Visse und Verbandsbürgermeister Thomas Peifer. An den Weg schließen 50 Zentimeter breite Bankette an. Bergseits werden Entwässerungsgräben angelegt. Mit Mitteln aus dem kommunalen Finanzausgleich zur Förderung der touristischen Infrastruktur werden Radwege bis zu einer Breite von 2,50 Meter gefördert. Für diese Ausbaubreite können die entsprechenden Zuschüsse beantragt werden. Die Kosten für die zusätzliche Radwegbreite von einem Meter auf der gesamten Länge „trägt komplett die Verbandsgemeinde“, erläuterte Peifer auf Nachrage aus dem Gemeinderat. „Das sind keine guten Nachrichten“, konstatierte SPD-Fraktionssprecher Heino Schuck. Der Forst verlange, dass auf einer Breite von 3,50 Meter gebaut werde, zeige aber keine Bereitschaft, sich finanziell zu beteiligen, obwohl ihm die Verbandsgemeinde entgegenkomme und den Weg entsprechend ausbaue. Da müsse nachverhandelt werden. Der Forst sehe keine Notwendigkeit, an dem Weg etwas zu machen, erläuterte Peifer, warum die Bereitschaft von Landesforsten, sich an den Ausbaukosten zu beteiligen, eher gering sei. Er sicherte zu, dass sich die Verbandsgemeinde um jede Fördermöglichkeit bemühe, die bestehe. Die Verbandsgemeinde liegt in einem sogenannten GRW-Gebiet. In diesen Gebieten wird die regionale Wirtschaftsstruktur mit Zuschüssen von bis zu 85 Prozent gefördert. Ratsmitglied Willi Schwarz (CDU) wies darauf hin, dass es kein billiger Ausbau sei. Aber dem Weg komme im Radwegeplan ein sehr hoher Stellenwert zu, da er einen wichtigen Lückenschluss darstelle. Deshalb sei es gut angelegtes Geld. |add