Rheinpfalz Werk schneidet gut ab

Die personelle Kapazität der Gemeindewerke Waldfischbach-Burgalben für den Wasserbereich ist sehr gering. Das war eine Erkenntnis für die Werke, die sich am Benchmarking des Landes Rheinland-Pfalz beteiligen. Ab 2019 besteht dieser Nachteil nicht mehr, denn die Werke übergeben die Betriebsführung an die SWK Stadtwerke Kaiserslautern Versorgungs-AG.
Die dünne Personaldecke war in erster Linie mit Blick auf die Anforderungen, die der Gesetzgeber an die Organisation von Rufbereitschaften oder Alleinarbeit stellt, als überprüfenswert angesprochen worden. Geschuldet auch der Tatsache, dass die Gemeindewerke Waldfischbach-Burgalben eines der kleinsten eigenständigen Wasserwerke in Rheinland-Pfalz betreiben, die sich am Benchmarking des Landes beteiligen. Passende Vergleichsgruppen für die Werke zu finden, war für die beauftragte Aquabench GmbH aus Köln also gar nicht so einfach. Dennoch konnten aussagekräftige Vergleichswerte ermittelt werden. Die stellte Peter Graf von Aquabench dem Werksausschuss vor. Grundlage für die aktuell vorgestellte Auswertung war das Jahr 2016. Das Benchmarking-Programm vergleicht Wasserversorgungseinrichtungen ähnlicher Größe miteinander und hilft so zu erkennen, in welchen Bereichen ein Wasserversorger Stärken und Schwächen hat. Dabei werden identische Vergleichsmaßstäbe angelegt. Allen Teilnehmern gewährt das Land bei der Förderung von Projekten einen Sonderzuschuss von fünf Prozent. In Waldfischbach-Burgalben ist zum Beispiel das zuschussfähige Millionen-Projekt Notwasserversorgung für den Ortsteil Burgalben geplant. Die geringe Größe der Gemeindewerke bringe von Natur aus Nachteile auf der betriebswirtschaftlichen Seite mit sich. Berücksichtige man das, „schneiden wir als Werke ganz gut ab“, freut sich Werkleiter Martin Pfeifer über das Ergebnis. Einige aufgezeigte Nachteile werden bereits ab 2019 durch die Übergabe der Betriebsführung an die SWK Stadtwerke Kaiserslautern verbessert. Geprüft werden sollte laut Aquabench auch der Energieverbrauch. Die Energiekosten – erhöht etwa durch veraltete Pumpen, aber auch durch topografisch notwendigen hohen Pumpleistungen – seien im Vergleichsmaßstab sehr hoch. Es gebe spezielle Förderprogramme, um eine Energiekostenanalyse bei den Werken vorzunehmen. Reduziert werden könnte auch die Intensität der Netzinspektion und der Trinkwasserüberwachung. Da diese Faktoren der Versorgungs- und Qualitätssicherheit dienen, würden diese Kosten auf Werksseite durchaus gerne in Kauf genommen. Kundensicherheit gehe klar vor Wirtschaftlichkeit. Zeit und Geld könnte beim Management der Wasserzähler gespart werden, zeigt Aquabench auf. Die Kunden sind – wie übrigens auch beim Nachbarwasserversorger Wasserzweckverband Sickingerhöhe-Wallhalbtal – im Vergleich kritischer und beschweren sich öfter als im Landesdurchschnitt. In vielen Bereichen schneiden die Werke aber richtig gut ab. So gibt es genügend Wasser und ausreichend Kapazität, um das Wasser aufzubereiten. Auch die Wasserverluste im Netz etwa durch Rohrbrüche oder defekte Leitungen sind im Vergleich niedrig. Zudem investieren die Werke ausreichend in die Sanierung und Erneuerung der Wasserversorgungssysteme, so dass die Sicherheit auch in Zukunft gewährleistet sein dürfte. Für die Kunden ist die gute Nachricht, dass die Preise für das Wasser (die Gebühren sinken 2019 sogar) im Schnitt liegen. 149 Liter pro Einwohner und Jahr werden in Waldfischbach-Burgalben verbraucht.