Rheinpfalz
Weihnachtsmarkt Offenbach-Hundheim: Reger Besuch trotz Regen und Wind
Immer wieder regnete es am Samstag, und manche Böe jagte durch den historischen Ortskern – trotzdem war der Weihnachtsmarkt recht gut besucht. Knapp 40 Stände warteten auf die Besucher.
Kulinarische Genüsse, weihnachtliche Musik sowie Kunsthandwerk und das besondere Flair des Offenbacher Marktes lockten. Der Duft frisch gebackener Waffeln und von Gegrilltem, aber auch eine Glühweinnote lagen am Samstag über Offenbach, die selbst der Wind und der Regen nicht wegwaschen konnten. Trotzdem „war weniger los und ich bin ein bisschen enttäuscht vom Wetter“, gab Ortsbürgermeister Peter Stein unumwunden zu. Der Förderverein der Gemeinde, aber auch Stein sowie der erste Beigeordnete Hermann Michel und Roman Leibrock, „ohne die der Markt nicht zu stemmen wäre“, hatten mit mehr Ständen gerechnet, als am Samstag tatsächlich vor Ort waren. Auch hier galt für manchen: „Das Wetter macht den Strich durch“. Stein erhielt beispielsweise kurzfristig eine Absage von einem Buchkünstler, der wegen der Sturmwarnung um seine Stücke fürchtete. Und trotzdem sei es „einer der schönsten Weihnachtsmärkte im Glantal“, befand Stein. Zum typischen Flair gehören dabei nicht nur das Kunsthandwerk, mit dem sich die Offenbacher von anderen Märkten unterscheiden, sondern auch, dass neben den urigen Holzbuden beispielsweise die Landfrauen aus den Fenstern am Haus mit dem Pranger heraus verkaufen, sowie Garagen und Einfahrten genutzt werden.
Kulinarisches und Handwerkskunst
Die Angebotspalette bei immerhin knapp 40 Standbetreibern war daher nicht nur in kulinarischer Hinsicht gewohnt vielseitig. Von Feuerzangenbowle über Glühbier, Liköre, Schnäpse und diverse Glühwein- und Punschvarianten, bis hin zum Weihnachtsmarkt Trendgetränk des Jahres, dem Glühgin, war gesorgt. Süße und herzhafte Waffeln sowie Crêpes wurden frisch gebacken, Fischwaren angeboten und auch Gyros, Flammkuchen oder Schnitzelsandwiches fanden guten Anklang. Kleinere Geschenke, Dekorationsartikel, winterliche Waren, Steinmetzarbeiten, Holzschnitzkunst aus dem Erzgebirge, Duftsteine und Seifen konnten erworben werden. Erneut wurde das Kirchenumfeld stärker genutzt als in den Vorjahren, vor allem der Vorplatz mit Live-Musik war sehr gut bestückt und gut besucht und das nicht nur wegen der Tombola, für die rund 14.000 Lose verkauft wurden.
Abgesagt hatte der Drehorgelspieler, trotzdem wurde musikalisch einiges geboten. Den Beginn machten die Steinalbmusikanten aus Ulmet, die vom Modehaus Wenk durch die frisch sanierte Hauptstraße bis zum Endpunkt des Marktes, der Abteikirche, zogen. Gut besucht war der Auftritt der „Abteispatzen“ am frühen Mittag auf dem Vorplatz der Abteikirche. An wechselnden Standorten spielte das Blechblasquartett „Tiefes Blech“ weihnachtliche Melodien. Seit 1992 runden sie das Klangbild des Weihnachtsmarktes ab.
Zahlreiche Stände gehören schon seit Jahren zum Offenbacher Markt, so auch der „schärfste Stand“, der Gewürzstand, wie Reiner Merten lachend berichtete. Am Mittag noch überschaubar, als hauptsächlich „die Luft gut ging“, konnte er erfahrungsgemäß am Abend ein gutes Geschäft machen, denn die „Leute kaufen, wenn sie nach Hause gehen“. Strahlende Augen bekamen die jüngsten Besucher bei der Ankunft des Nikolauses. Auch mit einem Karussell war für deren Unterhaltung gesorgt.
Verbandsbürgermeister Andreas Müller, der sich Glühwein und Waffeln schmecken ließ, bedauerte die Offenbacher wegen des miesen Wetters, lobte aber die vielen „hartnäckigen“ Menschen, die sich die Lust am Weihnachtsmarktbesuch nicht nehmen ließen. Nicht nur die zahlreichen Pavillons, die Schutz vor Wind und Regen boten, auch das Dorfgemeinschaftshaus und das evangelische Gemeindehaus waren in den Regenperioden sehr gut besucht.
Gegen Abend belebte sich der historische Ortskern, die zahlreichen Lichter sorgten für weihnachtliche Atmosphäre in den Gassen, gegen die auch Regen und Wind nichts ausrichten konnten. Im Anschluss an das Marktgeschehen konnten Besucher im Stolperstübchen bei Live-Musik den Markt ausklingen lassen.