BORNHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Wegen Eigenbedarfs hat der Bornheimer Andreas Bach ein Gitarrenlehrbuch verfasst

Cover von Andreas Bachs Gitarrenschule.
Cover von Andreas Bachs Gitarrenschule.

E-Gitarre ist ein cooles Instrument, finden immer noch viele junge Leute. Andreas Bach hat dafür ein Lehrbuch verfasst. Der Profi-Gitarrist stammt aus Bornheim und hat früher bei den Dicken Kindern mitgespielt. Wer sein Buch durch hat, kann schon ordentlich rocken.

Vielleicht etwas vorschnell, gab es vor einigen Jahren Stimmen, die vom Ende der Gitarre sprachen. Alexander Bach sieht das anders. „Wenn man jungen Leuten eine E-Gitarre zeigt und vorspielt, finden die das cool“, sagt er. Richtig sei aber auch, dass es heutzutage keine „Gitarrenhelden“ mehr gebe. Auch komme das Gitarrensolo im Radio praktisch nicht mehr vor. Aber gespielt wird Rock eben immer noch.

Der gebürtige Südpfälzer lebt inzwischen in Osnabrück und unterrichtet dort an einer Musikschule. Auslöser, die Gitarrenschule zu schreiben, war also Eigenbedarf. „Ich habe im Unterricht gemerkt, dass es kein Konzept oder Lehrbuch gibt, mit dem ich durchgängig arbeiten könnte“, erzählt er. Seinem Freund und Kollegen Alexander Schmitz, ebenfalls Gitarrist und Gitarrenlehrer, ging es ähnlich. „Da haben wir uns mal zusammengesetzt und unsere Ideen und Übungen durchgesehen.“

Herausgekommen ist: „Beginner's Guitar – Basic, Rhythm & Lead. Spielend E-Gitarre lernen“. Das Buch beginnt bei Null – nämlich einem Überblick über Dinge, die der künftige Gitarrenheld brauchen wird. Im Anhang wird das etwas weiter ausgeführt. Das richtige Alter für einen Einstieg ist nach Bachs Ansicht die erste Klasse. Denn es sei hilfreich, Buchstaben und Zahlen zu verstehen. Ein großer Vorteil sei, dass man heute Gitarren in Dreiviertel-Größen bekomme, das sind vollwertige Instrumente, aber eben kleiner gebaut und deshalb auch für kleine Hände besser spielbar. „Ich habe ein paar Sechsjährige, die kommen damit gut zurecht.“

Von der früher verbreiteten Auffassung, dass jeder erst einmal klassische Gitarre lernen soll, hält Bach nicht viel. Auf das Notenlesen will er aber nicht verzichten. So ist im Buch alles zum einen in der sehr verbreiteten Tabulaturschrift notiert, bei der sechs Linien die Saiten darstellen und Zahlen zeigen, auf welchem Bund zu greifen ist. Es gibt immer auch die herkömmliche Notenschrift. „Man kann als Gitarrist mit Tabulatur sehr weit kommen, aber ab einem bestimmten Level geht es nicht ohne Noten“, sagt Bach.

„Ohne Noten!“ prangte knallig auf der wohl meistverkauften Gitarrenschule vergangener Jahrzehnte, der von Peter Bursch. Mit der hat Bach auch angefangen – aber sie stammt aus einer anderen Zeit und einer anderen Musik. „In den 70ern war Folkmusik populär, und so zielt die Bursch-Schule mehr auf Lagerfeuer-Songs und Fingerpicking.“ Seine eigene Gitarrenschule geht klar in Richtung Rock. Erst lernt man Riffs aus Einzelnoten, dann kommen schon Powerchords, die – mit Verzerrung gespielt – den typischen Rock-Sound ausmachen. Später geht es dann mit Akkorden weiter und schließlich zu den Grundlagen des improvisierenden Solospiels.

Bach selbst hat als Autodidakt angefangen, später in einer Schulband gespielt und in Landau auch Gitarrenunterricht genommen. Dass er mal hauptberuflich Gitarrist wird, war nicht gleich abzusehen. Er machte eine Lehre zum Kraftfahrzeug-Elektriker bei Daimler. „Das war halt so auf dem Dorf, da hat jeder ein Handwerk gelernt“, erzählt Bach.

Als Hobbymusiker hat er in verschiedenen Bands ungezählte Auftritte absolviert. Dann wollte er nach Mannheim an die Popakademie, wurde aber nicht aufgenommen. In Osnabrück klappte es dann, und Bach studierte Musikpädagogik mit Schwerpunkt Popularmusik. Dabei lernte er seinen Co-Autor Alexander Schmitz kennen. Der Kontakt zum renommierten Schott Verlag entstand über einen Vorbereitungskurs der Popakademie, bei dem Bach den Verantwortlichen der neuen „Beginner’s“-Serie kennenlernte.

Bach hat immer noch eine starke Verbindung zur Pfalz. „Ich habe hier noch eine große Clique und komme immer wieder her, ansonsten halten wir über soziale Medien den Kontakt.“ Auf die Frage, was ihm als Pfälzer in Osnabrück am meisten fehle, sagt er sofort: das Pfälzer Wetter. „Hier regnet es viel öfter!“ Und wenn er gegen Abend über die Autobahn Richtung Landau fährt und die Sonne hinter der Haardt untergeht, falle ihm immer wieder auf, wie schön es hier sei. „Einige meiner Bekannten aus dem Norden haben mir gesagt, dass sie Urlaub in der Pfalz gemacht haben und es da so schön finden.“

Eine Verbindung zur Pfalz findet sich auch in einem anderen Projekt: Seit vielen Jahren macht Bach zusammen mit dem Grafiker Gerd Kornmann den „Pälzer Werkstattkalänner“. Da sind die beiden bei der Arbeit abgebildet, bei der sie sich enorm witzige Pfälzer Sprüche an den Kopf werfen.

Info

„Beginner’s Guitar“, Schott Verlag (2019), mit Audiomaterial online, 144 Seiten. Infos finden sich im Netz unter und zum „Werkstattkalänner“ unter.

Cover von Andreas Bachs Gitarrenschule.
Cover von Andreas Bachs Gitarrenschule.
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