Rheinpfalz Wandern ist in, aber ohne Verein
Im 40. Jahr nach seiner Gründung ist der Pfälzerwald-Verein Petersbächel-Gebüg Geschichte. Der Verein wurde vier Monate vor seinem 40 Geburtstag aufgelöst, das Vereinsvermögen von 3184 Euro wurde gemäß dem einstimmigen Mitgliederbeschluss an verschiedene Institutionen verteilt.
Vom Vereinsvermögen erhalten je 1000 Euro die Kindertagesstätten in Fischbach und Schönau. 600 Euro erhält die Kinderkrebsstiftung Saar-Pfalz, der Rest ging an die Stiftung Naturschutz und Denkmalpflege des Pfälzerwald-Vereins. Auf Initiative von Franz Kopf, Hasso Schaf, Otto Neuhard und Heinrich Müller trafen sich am 1. Juli 1977 vierzig Personen in der leerstehenden Petersbächler Schule, der späteren Walthari- Klause, zur Gründungsversammlung. Wandern in der Gruppe war damals angesagt. An die erste Wanderung im August kann sich Heinrich Müller noch gut erinnern: „Es regnete in Strömen, dennoch fanden sich 67 Wanderfreunde vor der Walthari-Schule ein, um das Vereinsleben zu eröffnen.“ Bereits im Oktober 1977 pachtete man dann von der Gemeinde die leerstehende Schule und nach einer Renovierung und einigen Innenumbauten wurde an Ostern 1978 das „Wanderheim Walthari- Klause“ eröffnet und bis ins Jahr 2009 ehrenamtlich bewirtschaftet. Zu Anfang nur an den Wochenenden geöffnet, kamen immer mehr Öffnungszeiten hinzu und die „Klause“ wurde fester Treffpunkt für verschiedene Gruppen im Ort. Aus der Jugendarbeit des Pfälzerwald-Vereins heraus wurde seinerzeit auch das Wasgautheater geboren. 1995 übernahm der Verein auch den leerstehenden Kindergarten gleich neben der Klause als Übernachtungsheim. Von 1995 bis 2009 verzeichnete das Übernachtungsheim insgesamt 21.888 Übernachtungen. Zwei Köhlerfeste richtete der Verein aus und wirkte bei der 250-Jahr Feier von Petersbächel 1997 entscheidend mit. Rund 750 Wanderungen wurden organisiert. Wanderfahrten führten die „Pfälzerwäldler“ etwa in die Hochvogesen, die Fränkische Schweiz, die Alpen, das Erzgebirge und in die Hansestadt Stralsund. In all der Zeit gab es in der Klause immer etwas zu werkeln. Neue Fenster, Toiletten, Türen, eine neue Heizung und vieles mehr. Die Kosten wurden zwischen Gemeinde und Verein aufgeteilt, die Daniel-Theysohn-Stiftung gab ihren Teil dazu. Die Zusammenarbeit der Gebüger und Petersbächler funktioniert schon immer hervorragend. Wie in vielen Vereinen nahm aber sowohl die Anzahl der Mitglieder ab, als auch die Teilnehmerzahl an den Wanderungen. Am 28. Dezember 2016 startete denn auch die letzte Wanderung des Vereins mit neun Mitgliedern. „Wandern ist zwar wieder in, aber eben nicht unbedingt im Verein“, sagt Müller, der mit der Auflösung des Vereins betraut war. Unvergessen bleibt vielen Petersbächlern und Gebügern jedoch einiges: die Weihnachtsfeiern mit Tombola in der aus allen Nähten platzenden Walthari Klause, die Nikolaus- und Osterwanderungen oder das vereinseigene Liederbuch mit Zeichnungen der Felsen und Burgen des Heimatmalers Otto Neuhard. Mit dem Pfälzerwald-Verein geht eine Ära zu Ende, auf die die Mitglieder mit Stolz blicken können.