Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Waldfischbach-Burgalben: Sozialstation eingeweiht

Bei der Neueröffnung der Ökumenischen Sozialstation war der Multifunktionsraum für die künftige Tagesbetreuung bis auf den letzt
Bei der Neueröffnung der Ökumenischen Sozialstation war der Multifunktionsraum für die künftige Tagesbetreuung bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Hintergrund eines der beiden Bleiglasfenster, die die Sozialstation zieren. Foto: Andrea Daum

„Ohne Mitarbeiter ist das alles nichts“, machte Inge Burkhard, gemeinsam mit Jutta Alt Pflegedienstleiterin der Ökumenischen Sozialstation in Waldfischbach-Burgalben, am Samstag deutlich, dass der Neubau der Sozialstation eine tolle Sache sei, der wahre Schatz aber die aktuell 62 Mitarbeiter sind. Die sich über ihr neues Domizil freuen.

Seit 1. Oktober sind sie in den Räumen bereits zugange. Am Samstag wurde der 2,8 Millionen Euro teure Neubau offiziell eingeweiht. Der katholische Pfarrer Matthias Leineweber und seine evangelische Kollegin Susanne Dietrich weihten die Räume, die sich schnell füllten, nachdem das obligatorische Band durchschnitten war, mit dem der Zugang offiziell freigegeben wurde. Bis auf den letzten Platz war der neue Multifunktionsraum besetzt, der, wie berichtet, das Herzstück der Tagesbetreuung wird. Dass die Konzeption von Architekt Reiner Bosle aufgeht, der gerade mit Blick auf die Tagesbetreuung eine enge Verbindung zwischen Innen- und Außenbereich herstellen wollte, zeigte sich bei der Einweihung. Bei strahlendem Sonnenschein waren auch alle Plätze im Außenbereich sofort belegt.

Mit einem Festgottesdienst in der benachbarten katholischen Kirche war die Einweihung der Ökumenischen Sozialstation – im wahrsten Sinne des Wortes – eingeläutet worden. Nicht nur die Glocken der Kirche St. Joseph in Waldfischbach-Burgalben läuteten, sondern zeitgleich alle Kirchenglocken im Einzugsgebiet der Sozialstation, teilte Pfarrerin Dietrich mit. Das Gebiet umfasst im Schwerpunkt die Verbandsgemeinden Waldfischbach-Burgalben, Rodalben und Thaleischweiler-Wallhalben.

Herausforderungen der Bürokratie

Ein wunderbares Gebäude sei es, sagte der Landespfarrer für Diakonie, Albrecht Bähr, der die Festpredigt hielt. Es biete den Mitarbeitern die Chance auf gesundes Arbeiten und künftig den Menschen in der Tagesbetreuung einen Ort, an dem sie gut aufgehoben sind. Christliche Pflege in der Gemeinde, für die die Sozialstation stehe, bedeute, dass die über 400 Menschen, um die sich die Sozialstation kümmert, gesundheitlich und menschlich versorgt werden. Man baue so ein Haus nicht zum Selbstzweck, sondern überlege: „Was braucht der Mensch hier im Sozialraum?“ Bähr unterstrich, dass Pflege menschenwürdig und bezahlbar sein müsse.

Die Einrichtung organisiere Mitmenschlichkeit. Für diese stünden in erster Linie die Mitarbeiter der Sozialstation. Die stellten sich täglich dieser Aufgabe, trotz der Herausforderungen, für die zum Beispiel die Bürokratie immer wieder sorge.

Mit dem Neubau habe man einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, meinte der Vorstand der Sozialstation, Berthold Martin. Die künftige Tagesbetreuung solle, wie das Haus, fröhlich und freudig sein.

Pflegende Angehörige entlasten

Die Ökumenische Sozialstation Waldfischbach sei der größte ambulante Pflegedienst im Versorgungsgebiet des Landkreises Südwestpfalz, konstatierte Landrätin Susanne Ganster. Die Einrichtung, getragen von Kirche und Krankenpflegevereinen, leiste einen wichtigen Dienst. Das neue Angebot Tagesbetreuung ermögliche es vielen Menschen, die ihre Angehörigen dann gut aufgehoben wissen, Beruf und Pflege zu vereinbaren.

Verbandsbürgermeister Lothar Weber wies darauf hin, dass neben den zu würdigenden Aspekten, die mit der Arbeit der Beschäftigten verbunden sind, für die Gemeinde mit dem Haus auch das Umfeld aufgewertet worden sei. Er hob die Bedeutung der 62 Arbeitsplätze hervor. Die Sozialstation sei fest verankert in der Gemeinde und in ihrem Versorgungsgebiet, sagte Waldfischbach-Burgalbens Ortsbürgermeister Michael Oestreicher. „Wer kennt sie nicht, die vielen kleinen weißen Autos, die tagtäglich unterwegs sind?“, fragte Oestreicher.

Willi Hunsicker, der Vorsitzende des Krankenpflegevereins Wallhalben, überreichte eine Spende von 2000 Euro. Es sind noch fünf Krankenpflegevereine – die Elisabethenvereine Rodalben und Waldfischbach-Burgalben sowie die Krankenpflegevereine Wallhalben, Herschberg und Winterbach –, die mit ihren mehr als 1000 Mitgliedern einen wichtigen Pfeiler der Ökumenischen Sozialstation bilden.

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