Rheinpfalz Waldfischbach-Burgalben: Hexen schaffen am Bolzplatz "neue Tore"

Da lässt es sich schwerlich kicken. Christina Bohl ärgert sich, dass die abgesägten Tore auf dem Bolzplatz im Bruch nicht endlic
Da lässt es sich schwerlich kicken. Christina Bohl ärgert sich, dass die abgesägten Tore auf dem Bolzplatz im Bruch nicht endlich ersetzt werden.

Hexhex, weg war der Bauzaun, der die abgesägten Fußballtore in den Bruchwiesen sicherte. Und zur Freude der Kinder sorgten die Hexen in der Nacht zum 1. Mai auch für „neue Tore“. Warum das Provisorium gleich wieder in Draht verpackt wurde, will Christina Bohl von der Gemeinde wissen.

Klasse findet Christina Bohl aus Waldfischbach-Burgalben die Aktion der Hexen, die in der Nacht zum 1. Mai in den Bruchwiesen die Tore auf dem Bolzplatz vom Bauzaun-Drahtgestell befreit haben, das die abgesägten Torpfosten schützt. Traurig findet sie, dass die Stangen bereits am 2. Mai früh morgens wieder hinter Draht verpackt wurden. Für sie ist das ein Beispiel dafür, dass im Ort nichts vorangeht, etwa mit Blick auf den grundsätzlich schlechten Zustand des Spielplatzes im Bruch. „Auch wenn die gute Tat der Hexen nicht lange gehalten hat, haben sie doch etwas geschafft. Der schlechte Zustand des Spielplatzes in den Bruchwiesen ist in aller Munde“, sagt Bohl. Sie hofft, dass sich nun etwas tut. Für die Attraktivität der Gemeinde wäre es wünschenswert.

Hexentore rege genutzt

Wie wichtig der Bolzplatz ist, habe sich nach der Aktion der Hexen gezeigt, die nicht nur den Bauzaun entfernt, sondern mit ein paar Brettern auch provisorische Tore gebaut haben. „Damit hat die Hexengruppe vielen Einwohnern eine Freude gemacht, das konnte man am 1. Mai sehen“, berichtet Bohl. Von morgens bis abends seien die Hexentore von Kindern und ihren Eltern genutzt worden. Zum Leidwesen aller waren die Tore tags darauf wieder demontiert und mit einem Bauzaun gesichert worden. Mit einem Bauzaun, der nicht ungefährlich sei, bemängelt Bohl. „Es muss sich endlich etwas tun“, fordert Bohl und weist auf den meist traurigen Zustand des benachbarten Beachvolleyballplatzes in den Bruchwiesen hin. Sie hofft, wie viele andere, dass die Hexen-Aktion positive Auswirkungen hat. Deshalb hat sie sich mit ihrem Ärger über den Zustand der Einrichtungen direkt an die Ortsspitze gewandt. Das bestätigt der Beigeordnete Roland Schumm (CDU), in dessen Geschäftsbereich die Spielplätze im Ort fallen. Den Ärger von Bohl und anderen Bürgern kann er gut verstehen. Daher hat er unter anderem Christina Bohl für kommenden Montag zum Ortstermin eingeladen. Er will erläutern, warum der Zustand ist, wie er ist, was getan werden soll und warum ein existierendes Spielplatzkonzept bisher nicht umgesetzt ist.

Haushalt seit Jahren nicht genehmigt

Die Tore seien demontiert worden, weil das Holz faul gewesen sei. Von der Nutzung sei eine Gefahr ausgegangen. Ganz entfernt habe man die Pfosten nicht, weil neue Tore gestellt werden sollen. Die Pfosten seien jedoch weiter beschädigt worden. Um Gefahren für die Spielplatznutzer auszuschließen, habe der Bauhof die Tore gesichert. Ginge es nach Schumm, sollten längst schon neue, verzinkte Tore, ohne größeren Pflegeaufwand, dort stehen. Aber seit zwei Jahren habe die Gemeinde keinen genehmigten Haushalt, sagt Schumm. Es brauche rund 22.000 Euro, um die Spielplätze im Ort – neben den Bruchwiesen die Spielplätze in der Welschstraße oder am Sonnenhang – wieder auf Vordermann zu bringen. Es brauche formal den Haushaltstitel und die Ausgabe müsse wegen des gesperrten Etats und fehlenden neuen Haushaltes freigegeben werden. Denn Investitionen muss die Aufsichtsbehörde genehmigen. „Wir würden es in dieser Höhe faktisch gar nicht benötigen. Die Daniel-Theysohn-Stiftung hat sich dankenswerterweise schon lange bereiterklärt, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen“, sagt Schumm. Vor dem Hintergrund sei die Sache umso bedauerlicher. Bisher sei auch kein Teil des Geldes freigegeben worden, damit angefangen werden könnte. Wofür im Haushalt gesperrte Mittel freigegeben werden, kläre Bürgermeisterin Anna Silvia Henne mit der Aufsichtsbehörde. Weder er als für Spielplätze zuständiger Beigeordneter noch der Rat hätten die Möglichkeit, tätig zu werden. Natürlich verstehe er die Frage, warum Gelder für eine 50-Jahr-Feier zum Bestehen des Ortes freigegeben werden, aber keine für die Spielplätze.

Unvernunft der Menschen "kaum zu lösen"

Zu Beginn des Jahres habe mit einer Fachfirma und Vertretern der Verbandsgemeinde eine Begutachtung der Spielplätze stattgefunden. „Es gibt ein Konzept, das für jeden Spielplatz entsprechend der Nutzergruppe passende Investitionen vorsieht“, so Schumm. Nur lasse sich von dem Konzept nichts umsetzen, „so lange ich kein Geld dafür ausgeben kann“, bedauert er. Der Beachvolleyballplatz sei gereinigt worden. Es gebe allerdings ein Problem, das von der Gemeinde kaum zu lösen sei: die Unvernunft der Menschen. Einige unvernünftige Hundebesitzer betreten den Platz mit ihrem Vierbeiner möglicherweise in dem Irrglauben, dass es eine große Hundetoilette sei, so Schumm. Auch das Problem, dass sich immer wieder Flaschen und Scherben dort finden, lasse sich nur lösen, wenn die Menschen vernünftig blieben. Es bringe auch nichts, den Platz abzusperren, weil dann über das Tor geklettert werde. Über diese Probleme und Ideen, was verändert werden könne, soll am Montag gesprochen werden.

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