Rheinpfalz Waldfischbach-Burgalben: Als Rückkehrer nach dem Studium herzlich willkommen
„Yes we can. Ja, wir können Abitur an der IGS, ja, wir können Abitur in Waldfischbach-Burgalben“, stellte Susanne Stephan-Becker, die Vorsitzende des Schulelternbeirats der Integrierten Gesamtschule (IGS) Daniel-Theysohn, anlässlich der Abiturfeier am Donnerstag glücklich fest. Die ersten 22 Schüler, die in Waldfischbach-Burgalben die allgemeine Hochschulreife erlangt haben, wurden entlassen.
Und das, wie die Abiturienten Maurice Brückner und Agnesa Misiraj feststellten, genau 60 Jahre, nachdem die frühere Max-Wittmann-Realschule gegründet worden war. Die Realschule wurde mit der Hauptschule Waldfischbach-Burgalben zur IGS vereinigt. 2009 wurden die ersten Schüler an der IGS eingeschult. „Der jetzige Abitur-Jahrgang“, resümierte Schulleiterin Irmgard Bauer, die gleichfalls Premiere feierte: „Ihre erste Abi-Rede“, merkte Abiturient Justin Justus an, der mit durch das dreistündige Programm führte, das zeigte, dass der Spaß neben dem Lernen während der Schulzeit nicht zu kurz gekommen war. Augenzwinkernd lobte er anschließend: „Schöne Rede, Frau Bauer.“ Besonderer Tag Gut gemacht haben es in den vergangen Jahren die 22 Schüler, die in die Geschichte der Schule, des Ortes, der Verbandsgemeinde eingehen werden. „Für euch Schüler, aber auch für die Verbandsgemeinde ist das heute ein besonderer Tag“, würdigte Verbandsbürgermeister Lothar Weber das Ereignis. Das beweist auch das große Plakat am Verkehrskreisel in der Ortsmitte, auf dem alle Abiturienten abgebildet sind. Er erinnerte an den früheren Verbandsbürgermeister Ernst Becker, in dessen Ägide die Idee reifte, im Ort die Möglichkeit zu schaffen, das Abitur ablegen zu können. Dass es ein langer Kampf gegen politische Widerstände war, bis die IGS eingerichtet werden konnte, daran erinnerte Ortsbürgermeisterin Anna Silvia Henne. 2014, ein halbes Jahr, bevor die erste Oberstufe startete, wurde aus der Schule die Daniel-Theysohn-IGS. „Daniel Theysohn hätte das gefallen. Junge Leute, die ihr Ziel erreichen“, sagte Bauer. Gerhard Andreas, der Vorstandsvorsitzende der Daniel-Theysohn-Stiftung, bestätigte das. Eine spannende Zeit liege vor den jungen Leuten, die den demografischen Wandel als Chance sehen müssten, „weil sie sich aussuchen können, wo und was sie arbeiten“. Gute Ausbildung und Zielstrebigkeit würden eingebracht. Um Ziele zu erreichen, brauche es Demut, Fantasie, Durchhaltevermögen und auch die Bereitschaft, Opfer zu bringen, sagte Henne. Denkwürdiger Tag Es sei ein denkwürdiger Tag, unterstrich Landrätin Susanne Ganster. Sie ermutigte die Abiturienten, der Zukunft selbstbewusst und mutig entgegenzusehen und entgegenzutreten. Sie verwies darauf, dass es in der Region sehr gute Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten gebe. „Ihnen stehen alle Türen offen“, sagte Ganster. Entschieden die Schüler, sich außerhalb des Landkreises weiterzubilden, würden sie nach der Ausbildung in der Region wieder mit offenen Armen empfangen. Von den 22 Absolventen, informierte Bauer, werden 18 studieren, vier eine Ausbildung beginnen. Gestartet war die Oberstufe 2015 mit 51 Schülern. Als „Versuchskaninchen“ bezeichneten auch diese sich selbst. Wie es ihnen im „Labor IGS“ erging, ließen die Stufenleiterinnen Melanie Port und Nicole Winicker im Laborbericht Revue passieren. Sie zeigten, dass einige Versuchskaninchen unterwegs verloren gingen. 22 hielten dem Druck stand und bestanden das Abitur. „Diamanten reifen unter Druck“, griff Bauer das Motto eines Schülers auf.