Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Waldfischbach-Burgalben: 50 Jahre Doppelgemeinde gefeiert

Für besondere Verdienste und herausragende ehrenamtliche Leistungen überreichte Waldfischbach-Burgalbens Bürgermeister Michael O
Für besondere Verdienste und herausragende ehrenamtliche Leistungen überreichte Waldfischbach-Burgalbens Bürgermeister Michael Oestreicher Horst Weidler und Uta Fasco gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Roland Schumm (von links) die Ehrenplakette der Ortsgemeinde.

Wer aktuell Diskussionen um die Verbandsgemeinde-Reformen verfolgt, dem empfiehlt sich der Blick in die Geschichtsbücher: Vor 50 Jahren entstanden durch die Verwaltungsreform einige Doppelgemeinden, auch Waldfischbach-Burgalben. Auf Bevölkerungsseite gab es damals meist ein klares Bekenntnis: „Nein, das wollen wir nicht“. 50 Jahre später sind die Geburtswehen vom 7. Juni 1969 aber vergessen. Am Sonntag wurde in Waldfischbach-Burgalben Jubiläum gefeiert.

WALDFISCHBACH-BURGALBEN. Dass aus dem von vielen ungeliebten Projekt Doppelgemeinde etwas wurde, ist auch Menschen wie Uta Fasco und Horst Weidler zu verdanken, die für ihr langjähriges Engagement für die Gemeinde mit der Ehrenplakette geehrt wurden. Zunächst gehörte die Bühne in der von TV-Moderator Markus Appelmann moderierten Feierstunde aber den Kindern der Kindertagesstätte Regenbogen. „Wir sind die Kleinsten in der Gemeinde. Ohne uns geht gar nichts“, sangen sie und zeigten auf, was wichtig ist: die Zukunft.

Als Unterzentrum wichtig für Nachbarn

Das unterstrich Verbandsbürgermeister Lothar Weber, der eine Torte mit einem Bild vom Ort mitbrachte: „Es ist eine große Verantwortung, diese Gemeinde in ihrer Struktur zu erhalten“. Er verwies auf Einrichtungen, die Waldfischbach-Burgalben zu einem lebenswert Ort machen: Bahnanschluss, reger Einzelhandel, Ärzte, Gesundheitszentren, Geldinstitute, Schulen und vieles mehr. Seit 1972 sei Waldfischbach-Burgalben Sitz der damals gegründeten gleichnamigen Verbandsgemeinde und von großer Bedeutung. Das lebendige Unterzentrum, wie Ortsbürgermeister Michael Oestreicher sagte, ist auch wichtig für die Nachbargemeinden, in- und außerhalb der Verbandsgemeinde. Deshalb gratulierte auch Peter Spitzer, der Bürgermeister von Donsieders.

Der Jordan verliert an Bedeutung

Obwohl die Orte räumlich bereits stark zusammengerückt waren, war der emotionale Graben 1969 bei der Zusammenlegung tief. Das zeigt auch der Spitzname des Bereichs, der beide Orte trennte, den Zusammenfluss von Moosalbe und Schwarzbach: „Im Volksmund Jordan genannt“, erinnerte Oestreicher. Längst wächst aber vieles zusammen. Weber verwies auf die Spielgemeinschaft der Fußballer aus Waldfischbach und Burgalben. „Früher undenkbar, heute Realität. Super“, sagte er. Durch das Zusammenlegen der beiden Orte seien mittlerweile aus „Korbmachern“ (Spitzname der Burgalber) „Schlüsselrappler“ (Spitzname der Waldfischbacher) geworden und umgekehrt, konstatierte Weber.

Krisen zusammen gemeistert

Im Grunde genommen sei es eine Goldene Hochzeit, sagte Landrätin Susanne Ganster mit Blick auf die 50-jährige Verbindung. Wie in jeder Ehe habe es Höhen und Tiefen gegeben, aber man habe zusammengefunden, wissend, dass man in der Zusammenarbeit Stärke entwickeln kann. Waldfischbach-Burgalben sei ein wichtiger Schulstandort, „auf den wir stolz sind“, sagte Ganster. Sie verwies auf den Handel, der gut vernetzt ist, zum Beispiel im Wirtschaftsförderkreis, und dadurch Stärke gewinnt. Die positive Entwicklung des Ortes habe auch schwierige Entscheidungen verlangt, die zusammen getroffen und getragen wurden. Krisen, der Wegfall der Schuhindustrie, wurden gemeistert, erinnerte Oestreicher, den Appelmann wegen seiner Motorradleidenschaft und der Tatsache, dass just vor 50 Jahren der Film „Easy Rider“ veröffentlicht wurde, als „Easy Rider“ von Waldfischbach-Burgalben begrüßt hatte.

Waldfischbach-Burgalben ist ein musikalischer Ort, wie die Bläserklasse der Integrierten Gesamtschule Daniel Theysohn und die Band Faith Reveal bewiesen. Ebenso der gemischte Chor des MGV Burgalben unter der Leitung von Matthias Schwinzer, der auch ein Beispiel für das Zusammenwachsen ist: Im Chor singen auch Waldfischbacher.

Ehrenplaketten für Weidler und Fasco

Die Gemeinde nutzte die Gelegenheit, zwei Bürger – Horst Weidler und Uta Fasco – für ihre herausragenden Leistungen für die Gemeinde mit der Ehrenplakette, der höchsten Ehrung der Gemeinde, auszuzeichnen. „Ich habe es gern gemacht und ich hoffe, dass ich es noch lange machen kann“, sagte Horst Weidler zu seinem Engagement. Uta Fasco, die die Auszeichnung just an ihrem Geburtstag erhielt, stellte fest, dass es noch viele andere Menschen im Ort gebe, die diese Ehrung verdient hätten. Ohne Ehrenamt, ohne engagierte Menschen funktioniere ein Dorf wie Waldfischbach-Burgalben nicht, sagte sie und sorgte noch für einen historischen Moment: „Ich glaube, ich habe jetzt genug gesagt“, erklärte sie. Diesen Satz hatte zuvor wohl noch niemand von „uf“, wie sie im Ort auch wegen ihres Kürzels als Journalistin bekannt ist, gehört.

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