Rheinpfalz Von Schäden verschont und zufrieden

Am Samstagabend, als der Nikolaus den Weihnachtsmarkt besuchte, hatte sich der Johann-Naab-Platz sehr gut gefüllt.
Am Samstagabend, als der Nikolaus den Weihnachtsmarkt besuchte, hatte sich der Johann-Naab-Platz sehr gut gefüllt.

Nein, diesmal hat Petrus die Mühen der Hauensteiner um ihren „Weihnachtsmarkt im Feuerschein“ nicht belohnt. Regen, stürmischer Wind und feuchte Kälte sorgten dafür, dass sich der Besuch in dem kleinen Weihnachtsdorf auf dem Johann-Naab-Platz in Grenzen hielt. Dennoch: An vielen Ständen war man trotz der Klage über das ungemütliche Wetter zufrieden, wie Marktleiterin Nicole Steigner am späten Sonntagnachmittag feststellte.

Den Gästen gefiel’s: Wir treffen beispielsweise Jürgen aus Karlsruhe. Er war zum Schuhkaufen nach Hauenstein gekommen, hatte mit seiner Frau in der Schuhmeile gleich vier Paar gefunden und war „zufällig“ auf den Weihnachtsmarkt gestoßen: „Wir haben hier was Gutes gegessen und getrunken. Was wir an den Ständen gesehen haben, hat uns gut gefallen“, kommentierte er angetan das Marktgeschehen. Im „Café Afrika“ der Hauensteiner Afrikafreunde begegnen wir fünf älteren Damen, die aus Großfischlingen und aus Venningen in der Vorderpfalz in den Wasgau gekommen sind. Bei einer Tasse Kaffee und leckerem Kuchen lassen sie den Marktbesuch ausklingen und konstatieren: „Sehr schön hier: viele Aussteller, schöne Sachen, breites Angebot. Uns gefällt’s.“ Sie wollen wiederkommen, wie viele andere, die den Hauensteiner Markt seit Jahren immer wieder ansteuern. Ein Rundgang durch die angenehm temperierten Zelte, wo man die Unwirtlichkeit hinter sich lassen kann, zeigt ein vielfältiges Angebot: Da treffen wir auf den Krippenbauer Heinz Meyer, bei Walter Klein und seiner Frau gibt’s Drechselarbeiten aus heimischen Hölzern zu bestaunen, hier ist Schmuck ausgestellt, dort präsentiert Hans Dengel seine dreidimensionalen Puzzles aus Birkenholz, die sich zu filigranen Burgen addieren. Es gibt Gehäkeltes, Gefilztes, Gestricktes, und auch der Schafhof Ruppert zeigt sein umfängliches Angebot. Auf dem Außengelände, wo es auch viel Leckeres – unter anderem syrische Spezialitäten – gibt, haben die Pfadfinder ihre Jurte aufgebaut. Auf dem offenen Feuer köchelt dort der Glühwein, nebenan bieten die Jungpfadfinder selbst gebackenen Lebkuchen an. Ein paar Meter weiter röhrt die Motorsäge eines Künstlers, der mit dem massiven Gerät feingliedrige Skulpturen fertigt. In einer der Holzbuden ist die Kinderbäckerei geöffnet, unweit davon bietet der Freundeskreis Chile unter anderem weihnachtlichen Schmuck, Bratäpfel und Glühsecco an. Vis-à-vis verkaufen die Aktiven der „Aktion Afrika“ gespendete Schuhe für ihre Projekte auf dem schwarzen Kontinent. Hier und an anderen Ständen ist zu hören: „In Anbetracht des Wetters sind wir mit Umsatz sehr zufrieden.“ „Ich kann überhaupt nicht klagen, im Gegenteil: Mein Angebot wurde sehr gut angenommen“, sagt Martin Lorenz, der Bilder und Holzarbeiten anbietet. Und Marianne König sagt: „Zufrieden? Nein, sehr zufrieden!“ Der elsässische Krippenbauer Richard Mochel stellt fest: „Natürlich sind viel weniger Gäste als in den vergangenen Jahren da. Aber ich kann zufrieden sein. Für das Wetter kann ja keiner was.“ Ähnliches hat auch Marktchefin Nicole Steigner von anderen Marktbeschickern gehört. „Zufrieden“ – das sei das meist gehörte Wort gewesen. Und viele hätten die „Atmosphäre des Marktes“ gelobt – trotz Regen, Wind und Kälte. Unter den Widrigkeiten des Wetters litten allerdings die musikalischen Beiträge von „Saydria“ und „Just4Fun“, „Turmbläsern“ oder „Schola“: Ihre Auftritte fanden nicht die verdiente Aufmerksamkeit. Am Samstagabend, als die Chöre der Grund- und der Realschule plus mit Liedern auf den Besuch des Nikolaus einstimmten, füllte sich der Platz, und ganz besonders, als der Heilige aus Myra aus seinem Buch las und die Kinder beschenkte. Wohl gefüllt war am Sonntagnachmittag auch der Saal des Bürgerhauses, wohin der Musikverein wegen des strömenden Regens seinen Auftritt verlegt hatte. Das bescherte dem dortigen Weihnachtscafé der Kita St. Elisabeth ein volles Haus und auch den Kindern, die unter anderem mit einem Lichtertanz auftraten, ein aufmerksames und beifallfreudiges Publikum. Viel Frequenz verzeichnete man auch bei der Kunstausstellung auf zwei Etagen des Bürgerhauses. Natürlich wurde unter den Besuchern auch wieder die „Platzfrage“ debattiert. Manche finden den früheren Ort, den oberen Rathausplatz, idyllischer und passender. Steigner meinte dazu: „Ich kenne die Diskussion. Wir arbeiten Stück für Stück daran, um auf dem Johann-Naab-Platz ein ähnliches Flair zu schaffen.“

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