Rheinpfalz Vom Energiesparen überzeugt

Die Gemeinde Hinterweidenthal ist eine von zehn landkreiszugehörigen Gemeinden, die ein energetisches Quartierskonzept erstellen lassen wollen. In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag konnte Manfred Seibel, Projektleiter „Klimaschutz und erneuerbare Energien“ bei der Kreisverwaltung, nach vorheriger Information darüber, was sich hinter diesem Förderprogramm vom Land und der KfW-Bank verbirgt, fünf der zwölf anwesenden Ratsmitglieder überzeugen, vier waren dagegen, drei enthielten sich der Stimme.
Damit hat die Gemeinde einen ersten Schritt gemacht, vor allen für die Einkommensteuer zahlenden Hauseigentümer die Möglichkeit zu schaffen, ihr Haus energetisch aufzuwerten und dabei nicht nur Beratung und Förderungen in Anspruch zu nehmen, sondern auch die Investitionskosten steuerlich geltend zu machen. „Wenn die Gemeinde mitmacht, tut sie etwas für ihre Bürger“, stellte Seibel voran. Von den Gesamtkosten für die Erstellung eines Quartierkonzepts in Höhe von 53.500 Euro bleiben letztlich lediglich 2600 Euro an der Gemeinde hängen. „Bei 95 Prozent Förderquote widerspricht auch die Kommunalaufsicht nicht“, merkte Seibel an. Zum Quartierskonzept gehört die gesamte Gemeinde, ausgenommen Tankanlage, Gewerbegebiet und kleine Teile des Neubaugebiets. Hintergrund des Konzepts ist die Senkung der Treibhausgas-Emission, wie beim Pariser Klimagipfel beschlossen. Bis 2020 sollen die schädlichen Treibhausgase um 40 Prozent gesenkt werden, machte Seibel den Umweltgedanken klar. Rheinland-Pfalz strebe sogar Klimaneutralität an. Maßgeblicher Faktor für diesen Treibhausgaseffekt sei der Wärmesektor. Das Konzept selbst wird innerhalb eines Jahres erstellt, danach folgt ein Sanierungsmanagement über den Zeitraum von drei Jahren. Trotz Energieberater und Verbraucherzentralen, die über energetische Sanierung und Förderung informieren, sei die Zahl der Gebäudebesitzer, die weder über den energetischen Zustand ihres Gebäudes noch über die Fülle der Fördermöglichkeiten Bescheid wissen, mit bis zu 75 Prozent erschreckend hoch, so Seibel. Der Experte in Sachen Klimaschutz klärte nicht nur hinsichtlich globaler Umweltziele auf, er ging auch auf die regionale Kaufkraft, langfristig gesehen, ein. Handwerksbetriebe der Region erhielten die Aufträge zur energetischen Sanierung, die Kaufkraft durch Einsparungen bei den Heizkosten komme ebenfalls der Region zugute, richtete Seibel den Fokus auch auf die örtliche Ebene. Einstimmig sprach sich der Rat in seiner Stellungnahme für den vierspurigen Ausbau der B 10 im Bereich der Felsnase zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein aus. Ortschefin Barbara Schenk erläuterte die drei Ausbauvarianten. Auf Vorschlag Manfred Scharys sprach sich der Rat dafür aus, die Felsnase schnellst möglich zu entschärfen, um schwere Unfälle, die sich am Nadelöhr häufen, zu verhindern. Außerdem soll die Belastung auf den Nebenstrecken während des Ausbaus so gering wie möglich gehalten werden. Der Radverkehr zwischen Hauenstein und Hinterweidenthal müsse während der späteren Bauphase möglich sein. Der Anschluss aller Waldwege an das Wegenetz müsse ebenso gewährleistet sein, heißt es in der Stellungnahme. Ebenfalls einstimmig votierte der Rat dafür, am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilzunehmen, nachdem zuvor Alfred Stilgenbauer seine Bereitschaft signalisiert hatte, gemeinsam mit anderen Bürgern oder Ratsmitgliedern die Vorarbeiten und die Führung der Jury zu unterstützen. Das Defizit im Finanzhaushalt 2017 kann die Gemeinde aller Wahrscheinlichkeit nach von ursprünglich geplanten 111.000 Euro auf 26.000 Euro senken. Ab 2019 wird die Holzvermarktung des Gemeindewaldes nicht mehr durch das Forstamt vorgenommen, nach geänderter Rechtslage. Wie die Vermarktung des Gemeindewaldes künftig geschehen wird, darüber gibt es eine Informationsveranstaltung am 25. April in Landstuhl.