Rheinpfalz
SV Waldhof steigt auf: Autokorso, Empfang und Mallorca
Mannheim feiert seinen SV Waldhof, als ob er gerade die Champions League gewonnen hätte. Für den Verein, der vor genau einem Jahr in einer ziemlich schwierigen Situation war, fühlt er sich wohl ähnlich an: der Aufstieg in die Dritte Liga, der nach 16 Jahren die Rückkehr in den Profifußball bedeutet. Am Sonntag gab es einen Empfang bei der Stadt und einen Autokorso.
Ein zentrales Problem war auch am Sonntag noch nicht gelöst: Das Objekt der Begierde hatte einen Fehler in der Konstruktion. „Da läuft alles unten wieder raus“, sagte Kevin Conrad und wirkte ein kleines bisschen enttäuscht. Der Meisterpokal, den der Kapitän des SV Waldhof Mannheim in seinen Händen hielt, war undicht – und somit musste das eigentlich obligatorische Befüllen der Trophäe mit alkoholischen, aber isotonischen Getränken ausfallen. Letztlich überwanden Conrad und seine Mannschaftskollegen den Frust aber schnell und ließen sich nicht davon abhalten, den Aufstieg in die Dritte Liga ausgiebig zu feiern. Nach der ersten Party am Samstagabend standen am Sonntag der offizielle Empfang der Stadt und anschließend ein Autokorso durch die Kunststraße auf dem Programm.
Endlich wieder Dritte Liga
Innerhalb weniger Wochen durfte Peter Kurz am Sonntag zum zweiten Mal einem Klub aus Mannheim zu einer Meisterschaft gratulieren. Nach den Adlern, die deutscher Eishockeymeister wurden, galt es diesmal, den Waldhöfern zum langersehnten Aufstieg in die Dritte Liga zu gratulieren. „Die Zahlen sprechen für sich, ein dickes Kompliment für eine riesige Leistung“, sagte der Mannheimer Oberbürgermeister in Richtung der Waldhöfer, die die Meisterschaft in der Regionalliga mit einem großen Vorsprung gewonnen und damit nach 16 Jahren die Rückkehr in den Profifußball souverän geschafft hatten. Im Ratssaal der Stadt empfing der OB die erfolgreichen Fußballer und lobte die Spieler, die Offiziellen und die Klubführung: „Sie haben es verdient, zu feiern und gefeiert zu werden.“ Die Stadt hatte ihre Unterstützung bereits vor einigen Monaten beschlossen und knapp zwei Millionen Euro für die Renovierung des Carl-Benz-Stadions bereitgestellt, das in der kurzen Sommerpause drittligareif gemacht werden soll. Unter anderem wird ein neuer Rasen verlegt, außerdem eine Rasenheizung installiert.
Kurz und Mannheim unterstützen
Nicht nur darauf zielte Bernd Beetz ab, als er sich bei Kurz und der Stadt bedankte. „Vor einem Jahr hatten wir am Tag nach dem Uerdingen-Desaster nicht mehr viele Freunde. Oberbürgermeister Kurz und die Stadt Mannheim gehörten aber immer dazu. Ohne den OB und die Stadt hätten wir es nicht geschafft“, sagte der Präsident des SV Waldhof. Nach dem Spielabbruch im Aufstiegsspiel gegen den KFC Uerdingen am 27. Mai 2018 hatte die Stadt dem Klub weiterhin Unterstützung zugesagt – fast auf den Tag genau zwölf Monate später gab es jetzt Grund zum Feiern. „Die Mannschaft hat dem Druck jederzeit standgehalten. Ein Kompliment dafür, was Sie auf die Beine gestellt haben“, sagte Kurz. Nach den Ehrungen im Ratssaal ging die Party der Waldhöfer mit ihren Fans auf dem Paradeplatz weiter. Zunächst wurde jeder einzelne Akteur von den Anhängern gefeiert, ehe die Mannschaft auf einem „Partytruck“ vom Stadthaus in Richtung Wasserturm fuhr. „Es gab über die gesamte Saison keinen einzigen Pfiff von euch, das ist außergewöhnlich“, rief Trainer Bernhard Trares zuvor den Waldhof-Anhängern entgegen. Etwa 500 hatten sich auf dem Paradeplatz versammelt. Viele weitere warteten am Wasserturm auf ihre Helden. Fröhlich und friedlich sorgten Mannschaft und Anhänger für ein blau-schwarzes „Freudenmeer“, als der Wagen mit den Regionalliga-Meistern von lauter Musik begleitet durch die Straßen rollte.
Ab in den Flieger
Für die Spieler ging der Feier-Marathon nach dem Autokorso durch die Innenstadt in privatem Kreis ohne Pause weiter. In der Nacht auf den heutigen Montag entschwebten die Waldhöfer in Richtung Mallorca, wo bis Mittwoch teamintern der Erfolg begossen und bejubelt werden soll. Der Pokal, so war zu hören, sollte mit auf die Reise – ganz ungeachtet seines Konstruktionsfehlers.