Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Stoppelrüben und Feldsalat

In den Ferien verwüsteten Unbekannte den Schulacker. Nicht unterkriegen lassen, lautet das Motto der Kinder. Elias Dahler, Johan
In den Ferien verwüsteten Unbekannte den Schulacker. Nicht unterkriegen lassen, lautet das Motto der Kinder. Elias Dahler, Johannes Hanzelka und Tim Hartmann (vorne von links) und ihre 13 Mitstreiter pflanzten am Dienstag Feldsalat und Stoppelrüben.

Damit auch in den Wintermonaten etwas Grünes aus dem eigenen Garten auf den Tisch kommt: Am Dienstag war wieder großer Pflanztag in der Ackerschule der Integrierten Gesamtschule in Waldfischbach-Burgalben (IGS). Der Gemüsegarten sieht wieder gut aus, nachdem ihn Unbekannte kurz vor dem Start ins neue Schuljahr teilweise zerstört hatten.

Während Stoppelrübe und Feldsalat turnusgemäß zur Aussaat anstanden, waren andere Arbeiten im Vorfeld unplanmäßig zu erledigen. „Bretter der Sitzgarnituren waren über den Zaun geworfen worden, das Insektenhotel wurde zerstört, aus den Hochbeeten wurden Wände entfernt“, berichtet Lehrerin Katrin Graf, die die Schulacker-AG der IGS Daniel Theysohn mit ihrer Kollegin Isabell Zimmermann betreut, von den Schäden, die Unbekannte angerichtet hatten. Der Garten wurde auch über die Schulferien betreut. Kurz vor Ferienende entdeckte Hausmeister Toni Weidler die Verwüstungen.

Sicher sei man zunächst traurig gewesen, dass den Tätern der Respekt vor der Natur und der Arbeit der Kinder fehlte, sagt Graf. „Aber für uns war gleich klar, dass wir uns nicht unterkriegen lassen.“ Solche aufmunternden Worte kamen von vielen Seiten, unter anderem aus Wien. Dort hatten Gartenfreunde im Internet von der Zerstörung des Schulgartens in Waldfischbach-Burgalben gelesen, „und uns aufgefordert, nicht aufzuhören, weiterzumachen“, erzählt Isabell Zimmermann.

Schäden weitgehend beseitigt

Das Insektenhotel ist teilweise repariert und befüllt. Die Sitzgarnituren sind wieder zusammengebaut, und an den Beeten im etwa 100 Quadratmeter großen Schulacker wird auch gearbeitet. Mit Leidenschaft. Angestachelt durch das Schulprojekt, arbeiten einige Kinder jetzt auch zu Hause im Garten, wie Johannes, Elias, Tim und Max berichten, während sie konzentriert Pflanzfurchen in den Acker ziehen und Radieschensamen ausbringen. Unterstützt von Fachmann Jonas Dörr und begleitet von Jule Mangels, die im Südwesten die Projekte von Ackerdemia betreut. Zu diesen Projekten gehört der Schulacker der IGS. Die Ackerdemia wurde 2014 in Potsdam gegründet und ist ein Verein, der bundesweit in Schulen und Kindergärten das Bewusstsein für die Bedeutung der Natur und die Wertschätzung von Lebensmitteln in der Gesellschaft stärken will.

„Wir haben schon ganz tolles Gemüse von euch bekommen“, freut sich Schulleiterin Irmgard Bauer darüber, was die 16 Schüler in den vergangenen Monaten geleistet haben, auf dem Schulacker reifen ließen. Schule sei ein Lernort, der Wissen vermittelt und im Fall des Schulackers sogar praktisches Wissen, lobt Michael Hofmann vom Umweltministerium in Mainz das Projekt, das er sich genau anschaut. Er hebt die Unterstützung des Projektes durch die Daniel-Theysohn-Stiftung hervor, die am Dienstag Michael R. Schreiber vertritt. Ohne finanzielle Hilfe seien so lobenswerte Projekte auch an Schulen nur schwer realisierbar.

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