Rheinpfalz Start-up mit Handschmeichlern und Handyhüllen

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Seiner alten Schule in Contwig ist er immer noch dankbar. Im Hauswirtschaftskurs mussten auch die Jungs ran an die Nähmaschine. Die Kenntnisse der Schneiderei kann Patrick Leiner nun sehr gut brauchen. Der 24 Jahre alte Dellfelder hat die Firma Leintex gegründet, fertigt Kissen, Handwärmer mit Dinkelfüllung, Handy-Hüllen aus möglichst bunten, auffälligen Stoffen. Der Anspruch an die über den eigenen Internetshop vertriebenen Textilien: Knallen und gefallen müssen sie.

15 Produkte bietet der Noch-Student mittlerweile an. 30 weitere Muster, von der Tablet- bis zur Handtasche, sind in Vorbereitung. „Die Verkaufszahlen sind ermutigend. Ziel ist es ganz klar, meinen Lebensunterhalt über die Firma zu bestreiten“, sagt Leiner. Kommenden Sommer soll es so weit sein. Dann plant der Student der Technischen Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Zweibrücken seinen Abschluss zu machen. Und sich mit dem theoretischen Wissen über Produktionsplanung, Vertrieb, Unternehmensfinanzen voll in die Praxis zu stürzen. Das Bürokratische ist erledigt. Seit September ist die Leintex UG im Unternehmensregister und bei der Handwerkskammer, Sektion Sattler und Feintäschner, angemeldet. Der Internetshop „www.leintex.de“ ist online. Und einige Hundert Arbeitsstunden hat die alte Singer-Nähmaschine der Oma, für das Start-up generalüberholt, unter Leiners Händeln auch schon runter. „Mein erster Großauftrag, Handschmeichler, ist raus. Einige Hundert Stück waren es“, sagt Leiner. Die Idee, schrillbunte Kissen und Handyhüllen mit 70er-Jahre-Mustern professionell zu fertigen und zu vermarkten, kam dem 24-jährigen gelernten Technischen Zeichner nach Beobachtungen im Freundeskreis. „Zuhause wurde immer geschneidert. Bei Freunden waren unsere Wärmekissen heiß begehrt. Das, und die Beobachtung, dass individuell gefertigte Produkte etwa an der Hochschule schwer en vogue sind, war der Anstoß.“ Mittlerweile stapeln sich die knallbunten Stoffballen, auf deren Auswahl Leiner viel Zeit verwendet, Garne und Schnittmuster im Dachgeschoss des Elternhauses in der Dellfelder Finkenstraße. Und die fertigen Produkte. Leiner hat Etiketten fertigen lassen. Außer Leintex steht auch „Made in Germany“ darauf. „Gerade für den Internet-Vertrieb ist das wichtig. Made in Germany ist auch bei Stoffsachen ein Qualitätsausweis.“ Bald will Leiner die Handelsplattformen wie Ebay professionell nutzen und mittels Google auf sich aufmerksam machen. Und, so sich Umsatz und Ergebnis in die geplante Richtung entwickeln, auch separate Firmenräume beziehen. Mit Personal. „Ich bin zwar nur mit Bordmitteln, Erspartem und der Singer der Oma gestartet, aber der Businessplan ist gemacht. Ich will aus der Firma was machen“, sagt er. Auch ein Vertrieb mit stationären Händlern steht auf der Agenda des Jungunternehmers. Leiner überlegt in Richtung Regionalwaren. Apropos, die Wärmekissen füllt Dinkel aus der Region. „Die Mühlbacher Mühle Isemann ist eine klasse Quelle dafür“, sagt er. (cps)

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