Rheinpfalz Standort wäre ein Traum für Betreuer

Die Jugendhilfeeinrichtung Südwest (JES) testete am Samstag die Möglichkeiten, die der Jugendzeltplatz bietet. Waldfischbach-Bur
Die Jugendhilfeeinrichtung Südwest (JES) testete am Samstag die Möglichkeiten, die der Jugendzeltplatz bietet. Waldfischbach-Burgalben soll nach den Plänen der Jugendhilfeeinrichtung ein neuer Baustein ihrer Arbeit werden. Die stellvertretende Geschäftsführerin Jean Sündwoldt, Geschäftsführerin Marina Pfeifer und der für den Jugendhilfebereich zuständige Kreisbeigeordnete Peter Spitzer (von links) sind sich einig, dass dezentrale Hilfe in familiären Strukturen erfolgreich ist. Viel Spaß beim ersten JES-Treffen auf dem Jugendzeltplatz hatte Timothy (im Vordergrund), der mit allen Teilnehmern seine Träume in Form eines weißen Luftballons fliegen ließ.

„Wir leben unseren Traum“: Unter diesem Motto ließen 63 Kinder am Samstag auf dem Jugendzeltplatz in Waldfischbach-Burgalben weiße Luftballons fliegen. Es waren Kinder, die in Einrichtungen der Jugendhilfeeinrichtungen Südwest gGmbH (JES) leben. Waldfischbach-Burgalben spielt in den Plänen von JES derzeit eine größere Rolle. Der freie Jugendhilfeträger hat die Idee, auf dem Gelände am Friedhof, auf dem derzeit noch etliche zerfallende Gewächshäuser stehen, ein Einrichtungsprojekt zu realisieren.

Waldfischbach-Burgalben bietet eine sehr gute Ausgangsbasis. Die Lage ist sehr zentral, gerade für uns. Unsere 26 Einrichtungen befinden sich in Rheinland-Pfalz und im Saarland“, sagt JES-Geschäftsführerin Martina Pfeifer. Dass es im Ort alles gebe, ein Bahnanschluss vorhanden sei, das mache den Standort so interessant. Deshalb sei auch bewusst hier Gelände gesucht worden, erläutern Pfeifer und die stellvertretende Geschäftsführerin Jean Sünwoldt. Dabei sei auch das Gelände in Sportplatznähe in den Fokus gerückt. In den Gewächshäusern wurden, wie berichtet, zu Beginn des Jahres umfangreiche Aufräumarbeiten gestartet. „Wir sind derzeit dabei, mit den entsprechenden Stellen bei der Kreisverwaltung zu klären, ob das Gelände bebaubar ist, was Voraussetzungen sein könnten, die es zu schaffen gilt, um es bebaubar zu machen“, erläutert Ortschefin Anna Silvia Henne. Das müsse nun zunächst abgewartet werden. Der Idee stehe man aufgeschlossen gegenüber. „Der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder steigt ja“, sagt sie. Was unter anderem daran liege, sind sich Henne und der erste Kreisbeigeordnete Peter Spitzer, in dessen Verantwortungsbereich die Jugendhilfe fällt, einig, „dass einfach genauer hingeschaut wird. Die Gesellschaft ist aufmerksamer geworden.“ Anforderungen und Aufgaben „ändern sich ständig“, sagt Henne mit Blick auf die Jugendhilfearbeit im Kreis in den vergangenen Jahren. JES betreut derzeit 90 Kinder in 26 Einrichtungen. Ganz eng ist dabei der Kontakt zu den Jugendämtern, auch zum Jugendamt des Kreises Südwestpfalz. „Es zeigt sich in der Jugendhilfe immer wieder, dass das Konzept, das auch JES verfolgt, sehr große Erfolge bringt“, sagt Spitzer. Das habe für die Gesellschaft auch finanzielle Vorteile. Je früher Kinder, die Hilfe benötigen, Hilfe bekommen, die ihnen die Chance auf ein glückliches, selbst bestimmtes Leben ermögliche, „umso weniger Kosten kommen auf die Gesellschaft in den späteren Jahren zu“, so Spitzer. Gerade die dezentrale Unterbringung von Kindern – nach Möglichkeit bleibt dabei der regelmäßige Kontakt zu den leiblichen Eltern erhalten – plus diese enge Bindung in familienähnlichen Strukturen „funktioniert nach unseren Erfahrungen sehr gut, weil sich die Kinder geborgen fühlen“. Für ihn war das erste Treffen der Kinder auf dem Jugendzeltplatz – Sommerfreizeit und Sommerfest, zu dem alle Kinder und Mitarbeiter eingeladen sein werden, werden an gleicher Stelle in diesem Jahr noch folgen – ein Beweis dafür, „weil man sieht und spürt, dass sich die Kinder hier wohl fühlen“. Zauberer, Eiswagen, Luftballonwettbewerb und vieles mehr ließen den Tag für die Kinder zu einem tollen Erlebnis werden. Weil sich die Anforderungen ständig ändern, müsse auch JES immer zukunftsgerichtet denken und arbeiten, steht für Pfeifer und Sünwoldt fest. Deshalb wurde der Standort Waldfischbach-Burgalben ins Auge gefasst. Wie eine mögliche Einrichtung hier genau aussehen könnte, „da ist noch nichts spruchreif“, sagt Pfeifer. Es gebe viele Faktoren und Entwicklungen, für die in Zukunft Lösungen gefunden werden müssen – was die Betreuung von Kindern und ihre Bedürfnisse, aber auch, was die Betreuer anbelangt. Dabei spiele auch die Altersstruktur von Mitarbeitern eine Rolle. Irgendwann sei es altersbedingt nicht mehr möglich, dass Mitarbeiter einem Kind noch mal über viele Jahre die Familienstruktur geben können. Für all das würden Lösungen in neuen Betreuungsmodellen gesucht, die JES gerne am Standort Waldfischbach-Burgalben realisieren würde. „Sozusagen unser Traum“, sagt Pfeifer.

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