Kultur Südpfalz Spielfreude und Präzision

Das Duo Mina Nagata (Klavier) und Yuri Uomizu (Violine) begeisterte am Samstag mit Werken von Beethoven, Gershwin, Joplin und Gardel im neuen Musiksaal der Musikschule Rita Kottner in der Alten Fabrik. Die facettenreiche und bravouröse Veranstaltung war Teil der Reihe „Landau con moto“.
Die willkommen kühle Temperatur im neuen großen Saal der Musikschule ließ die Besucher an dem sengend heißen Samstag erst einmal aufatmen. Freuen durften sie sich dann in dem im März erst eingeweihten Raum mit optimaler Akustik auf ein kurzweiliges facettenreiches Programm, dargeboten von zwei exquisiten Musikerinnen, die seit drei Jahren als Duo auftreten. Am Klavier die Pianistin Mina Nagata (32), die in Japan und an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim studierte und eine Klavierklasse in der Musikschule Kottner unterrichtet. Sowie die in Tokio geborene Violinistin Yuri Uomizu (30), die seit 2010 erste Geigerin im Hessischen Staatsorchester Wiesbaden ist und erstmals in Landau auftrat. Den Auftakt machte das Duo mit Beethovens Sonate Nr. 5 F-Dur op. 24, der „Frühlingssonate“ von 1801. Schon am kräftigen Applaus war zu ermessen, wie sehr das anmutige Duo gefiel, das in der Folge Auszüge aus der Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin präsentierte, nach einer Bearbeitung des russischen Violin-Virtuosen Jascha Heifetz. Der Bogen reichte vom flirrend-schwerfüßigen „Summertime“ über ein quirliges „It ain’t necessarily“ zum langsam-tragenden „Bess, you is my woman now“ sowie dem melancholisch beginnenden und schwungvoll-heiter endenden „Tempi di blues“. Die zweite Konzerthälfte, die bewusst ohne Unterbrechung gestaltet war, begann mit dem beschwingten Ragtime „The Entertainer“ des amerikanischen Komponisten und Pianisten Scott Joplin. Es ist eines der bekanntesten Stücke des Musikers, der als Vollender dieses Stils gilt und Elemente von Klaviertradition und afroamerikanischer Folklore vereint. Die kurze, leidenschaftliche Darbietung verlockte gleich mehrere Besucher zum beschwingten Mitwippen. Mit dem Tango „Por una Cabeza“ des gebürtigen Engländers und späteren Argentiniers Carlos Gardel, Tangosänger und Komponist, kam das brillante, perfekt harmonierende Duo zum Finale. Der Auftritt mit großer Spielfreude und Präzision war eine genussvolle Darbietung, die das Publikum mit verdient langem und starkem Applaus quittierte. (hima)