Rheinpfalz Sirenen ins Digitale einbinden

In der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben sollen die Sirenen erhalten bleiben.
In der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben sollen die Sirenen erhalten bleiben.

Den Grundsatzbeschluss, dass in jedem Ort in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben eine funktionierende Sirene vorhanden sein soll, gibt es bereits. An diesem wird nicht gerüttelt. Das machte der Feuerwehrausschuss der Verbandsgemeinde am Montag klar. Sirenen seien ein wichtiges Mittel, um die Bevölkerung zu warnen und um im Notfall auch Feuerwehrleute alarmieren zu können.

Deshalb wird die Verbandsgemeinde ihr bestehendes Sirenennetz überprüfen und ermitteln, was repariert oder erneuert werden muss. Ziel ist es, die Sirenen ins neue digitale Alarmierungsnetz einzubinden. Sirenen seien die einzigen Mittel, die im Gefahrfall eine Weckfunktion hätten, deshalb seien sie parallel zu Warnwegen wie Apps oder sonstige Medien notwendig, erklärte Ausschussmitglied Andreas Peiser. Die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben sei im Kreis schon sehr weit bei dieser Aufgabe, habe ihr Konzept bereits erstellt und könne es jetzt zur Bezuschussung vorlegen, informierte Wehrleiter Arno Bohl. Deshalb werde man sich mit den Verantwortlichen dort in Verbindung setzen, um sich am Vorgehen in der Nachbarverbandsgemeinde zu orientieren. Wie berichtet, wurde in der VG Thaleischweiler-Wallhalben in einem ersten Schritt von einer Fachfirma der Zustand der Sirenen geprüft. Sie wurden, wo möglich, gewartet und es wurde ermittelt, was erforderlich ist, um eine flächendeckende Alarmierung der Bevölkerung mittels Sirenen zu gewährleisten. So soll auch der erste Schritt in der VG Waldfischbach-Burgalben aussehen. Dabei werde es auch um die Standortfrage gehen. Inklusive der notwendigen digitalen Steuerempfänger sollen die Kosten erfasst werden, um Zuschussanträge stellen zu können. Ob es Zuschüsse gibt, um in den Feuerwehrgerätehäusern eine Notstromversorgung aufzubauen, „werden wir prüfen“, sagte Verbandsbürgermeister Lothar Weber. Dass eine (mobile) Notstromversorgung notwendig ist, darüber war sich der Ausschuss einig. Hintergrund sind vermehrt auftretende Stromausfälle. Zuletzt gab es 2018 in Hermersberg und in weiteren Orten einen mehrstündigen Stromausfall. Für diese Fälle sollten die Gerätehäuser sozusagen im wahrsten Sinne als Leuchtpunkte bereit stehen, erläuterte Bohl. Dort soll eine Notversorgung möglich sein, damit die Mannschaft den Betrieb aufrecht erhalten kann. Es solle zudem ein sichtbarerer Punkt sein, an dem sich die Bevölkerung informieren könne, sagte Weber. Beim langen Stromausfall in Hermersberg habe das nicht funktioniert. Über eine Notnummer der Pfalzwerke sei niemand zu erreichen gewesen, obwohl dies eigentlich vereinbart sei. Erst als die Servicetechniker vor Ort waren, gab es Informationen. Das müsse verbessert werden, man sei mit den Pfalzwerken im Dialog. Wie die geplante Notstromversorgung aussehen wird, muss noch entschieden werden. Zwei Alternativen gibt es. Eine, die auf Benzinbasis funktioniert. Deren Vorteil ist laut Wehrleiter Bohl, dass sie auch auf den Feuerwehrautos montiert sei, im Bedarfsfall also ein Tausch der Geräte oder Komponenten möglich wäre. Die Kompatibilität wäre gegeben. Zudem seien die Wehrleute geschult, könnten mit diesem System wie im Schlaf umgehen. Die Notversorgung wäre schnell herzustellen. Zwei dieser Geräte seien vorhanden. Da das Feuerwehrhaus in Heltersberg auf dem Gelände der Firma Tehalit steht, die über eine Notstromversorgung verfügt, würden noch zwei weitere Geräte benötigt. Was gegen diese Lösung spricht, ist zum Beispiel, dass die Systeme sehr teuer sind und gewährleistet sein müsse, dass im Notfall eine Tankstelle da sei, die noch Benzin abgeben kann. Der Spritverbrauch dieser Geräte ist relativ hoch. Otto Lechner fragte, ob es nicht sinnvoller sei, bei der Notstromversorgung auf Dieselaggregate zu setzen. In einer Gemeinde habe sich privat jemand eine Notstromversorgung mit Dieselaggregaten aufgebaut, die könne man sicher mal begutachten. Der Vorteil neben den günstigeren Anschaffungspreisen sei der wesentlich günstigere Betrieb der Aggregate, die weniger Kraftstoff verbrauchen. Der Nachteil sei, dass Diesel Wasser ziehe, wenn er lange stehe. Deshalb müsste gewährleistet sein, dass der Diesel in den Aggregaten regelmäßig verbraucht und erneuert wird. Auf Verbandsgemeindeseite werden nun für beide Alternativen das Pro und Contra erfasst, bevor entschieden wird.

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