Rheinpfalz Schwere Kost gemeistert

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Welche Anziehungskraft und Gefahren faschistische Strömungen haben zeigte die Theater-AG des Veldenz-Gymnasiums Lauterecken. Sie spielte „Die Welle“ nach Morton Rhue mit einem eigenen Drehbuch im Turnerheim Lauterecken.

Der beliebte Lehrer Rainer Wenger (Dominik Schumacher) veranstaltet in der Projektwoche zum Thema „Autokratie“ ein Experiment, statt mit seinen Schülern den Nationalsozialismus „durchzukauen“. Er lässt die Schüler an einer von Disziplin und Gemeinschaftsgeist geprägten und von ihm selbst angeführten Bewegung namens „Die Welle“ mitwirken. Die Schüler sind sicher, dass eine Diktatur in Deutschland nicht mehr möglich wäre. Bis auf Caro (Anne Rauch) und Mona (Melissa McLaughlin) sind die Schüler um Dominik (Fabian Rheinheimer), Eric (Timo Venter) und Ferdi (Florian Braun) von dem Experiment begeistert. Durch eine Uniform, Logo und Erkennungsgruß werden Unterschiede abgeschafft und die Gemeinschaft über das Individuum gestellt, was Jenny (Maxi Christoffel), Kevin (Kevin Becker) und Maya (Melissa Eoff) ebenso wie Sinai (David Agrebi) und Svenja (Svenja Winter) befürworten. Von Tag zu Tag wächst die Anhängerschar und der Zusammenhalt innerhalb der „Welle“, während die Gegner immer mehr ausgegrenzt und angefeindet werden. Daher zerbricht die Freundschaft zwischen der freiheitsliebenden Caro und Lisa (Lena Reule). Das Projekt läuft immer mehr aus dem Ruder, denn auch vor Gewalt und Straftaten schreckt die Gruppe nicht mehr zurück. So schlägt Marco (Richard Moser) seine Freundin Caro, die die Gefahren der „Welle“ erkannt hat. Doch nicht nur auf das gesamte Leben der Schüler, sondern auch des Lehrers hat die „Welle“ ihre Auswirkungen. Wengers Frau und Kollegin Christy (Vanessa Tomzik) beendet die Beziehung im Streit. Aufgerüttelt durch seinen Gewaltausbruch, bittet Marco den Lehrer, das Projekt zu beenden. Wenger scharrt seine Anhänger um sich, um eine Ansprache zu halten. Er heizt zunächst die Stimmung auf, hetzt gegen „Welle“-Gegner, erhält viel Zuspruch und lässt zuletzt Marco auf die Bühne bringen. „Hättet ihr ihn umgebracht, wenn ich es befehle?“ fragt der Lehrer und erklärt seinen Anhängern, dass das Projekt nur ein Experiment gewesen sei und nun ein Ende finden müsse. Einige wollen das nicht akzeptieren, lassen sich jedoch überzeugen. Mit dem Ende der „Welle“ kommt es zur Tragödie. Tim (Mona Volk), der frühere Außenseiter, der erst dort Anerkennung erfuhr, schießt zunächst auf Mitschüler Brad (Tobias Stilz) und erschießt sich dann selbst. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Oliver Schmidt, führte nicht nur Regie, sondern gestaltete auch das Bühnenbild mit und übernahm Nebenrollen als Lehrer einer Projektgruppe und als Schiedsrichter. Für Massenszenen vor und auf der Bühne stellten sich zahlreiche Statisten zur Verfügung. Das schwer zu verdauende Stück zielte nicht nur auf Unterhaltung ab, sondern warnte auch vor der Anziehungskraft faschistischer Ideen. Spielfreude, zahlreiche Szenenwechsel, Licht- und Toneffekte sowie die Authentizität durch eine teils recht derbe Sprache belohnte das Publikum mit großem Applaus. „Die Welle“ basiert auf einer wahren Begebenheit, die sich 1967 in den USA unter dem Namen „The Third Wave“ zutrug. (sbs)

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