Rheinpfalz Schnatternde Störche
Es ist ein wundervoller Anblick: Seit wenigen Wochen sind wieder Weißstörche in der Südpfalz zu sehen, die aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt sind. Sie tummeln sich etwa auf den Queichwiesen bei Offenbach und Ottersheim, aber auch auf den Feldern rund um Bornheim auf der Suche nach Nahrung. Das gestaltet sich für die Tiere bei der aktuellen Kältewelle jedoch schwierig. Das eisige Wetter hat die Böden gefrieren lassen, die Störche kommen deshalb nur schwerlich oder gar nicht an Würmer oder andere Tierchen im Erdreich heran. Deshalb müssen die großen Vögel dann schon mal ein paar Kilometer zurücklegen, um beispielsweise ein Gewässer aufzusuchen, um dort ihren Hunger zu stillen. Ist die Wetterlage eine Gefahr für die Störche, weil sie zu früh aus ihren Winterdomizilen in die Südpfalz heimgekehrt sind? „Nein“, sagt Norbert Arend, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Aktion Pfalzstorch, der in Bornheim das Storchenzentrum betreibt. Störche seien Kälte durchaus gewohnt, weil sie es gewohnt sind, in großen Höhen fliegen, wo die Temperaturen immer geringer werden. Zudem seien sie durch ihr Gefieder gut gegen Kälte und Nässe geschützt. Arend appelliert unterdessen an die Bürger, die Störche unter keinen Umständen in freier Wildbahn zu füttern. „Störche sind Wildtiere und das Füttern durch den Menschen ist ein Eingriff in die Natur. Dieser sollte man ihren Lauf lassen“, betont er. Nicht alle Störche aus der Region machen sich zur Überwinterung in wärmere Gefilde auf. Besonders clever sind die rund zwölf bis 14 Storchenpaare, die ihr Winterdomizil auf einer Mülldeponie in Wintzenheim an der elsässischen Weinstraße aufgeschlagen haben. Die warmen Abfälle sorgen für einen frostfreien Boden und damit für ein ausreichendes Futterangebot. Ansonsten verbringen die Tiere aus der Region die kalten Wochenmeist im sonnigen Spanien, einige in Portugal. Die Jungvögel ziehen Ende August gen Süden, die Alten folgen rund zwei bis drei Wochen später. Es ist zu beobachten, dass die Zahl an Tieren die vor Ort überwintern, steigt. Den Störchen in und um Bornheim gehe es derzeit sehr gut, sagt Arend. Es gebe auch keine Nachwuchssorgen. Zwischen einem und sechs Eiern legt ein Storchenweibchen. Die Jungen kommen nach 32 Tagen Brutzeit zur Welt. Im Schnitt zieht ein Paar dann zwei bis drei Vögel groß. Für den Nestbau ist der Vater zuständig. Er kommt etwas früher als seine Gattin aus dem Winterquartier zurück und bereitet das Familienheim vor. Wie bei den Menschen gibt es auch bei den Störchen ein paar Faulenzer, die nichts bauen und sich gerne ins gemachte Nest setzen. Das führt zu blutigen Kämpfen mit den eigentlichen Bauherren. 80 Prozent der Vögel nutzen allerdings immer dieselben Nester. Störche sind sozusagen Herdentiere, gehen sie doch immer dahin, wo sich bereits andere Artgenossen angesiedelt haben. Sie suchen ihren Lebensraum eher in flacherem Terrain. Deshalb finden sich auch keine Nester in oder um die Weinbaugemeinden entlang der Haardt. Die Frage, ob es inzwischen nicht schon wieder zu viele Störche gebe, beantwortet Arend mit einem Nein. „Die Natur hat das so eingerichtet, dass dies nicht passiert, da braucht man also keinerlei Bedenken zu haben. Es gibt derzeit noch reichlich Platz hier in der Umgebung, so dass sich noch viele Störche niederlassen können.“ Info Internet: www.pfalzstorch.de