Rheinpfalz „Saarländisches Geld sinnvoller für Saarländer einsetzen“

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Ausdrücklich unterstützen wollte Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried (SPD) die Saar-Wirtschaftsministerin und Sozialdemokratin Anke Rehlinger in deren „zurückhaltender Politik“ gegenüber der Reaktivierung der Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken. Fried kritisiert diese Pläne, fordert stattdessen bessere Anbindung des Bahnhofs Neunkirchen. Zwei Tage nach Frieds Äußerungen aber fuhr seine Parteigenossin nach Zweibrücken, um das S-Bahn-Projekt voranzutreiben.

Rehlinger

war zu einem Treffen mit ihrem rheinland-pfälzischen Amtskollegen Volker Wissing in die Zweibrücker Fasanerie gekommen. Beide hatten sich verständigt, die Entwurfsplanung „gemeinsam voranzubringen (wir berichteten gestern im überregionalen Teil). Zwei Tage zuvor hatte der Neunkircher Rathauschef noch die Zurückhaltung der Ministerin gelobt und sich gegen die landesübergreifenden Pläne ausgesprochen. Statt für das Projekt S-Bahn-Verlängerung „mindestens 30 Millionen Euro“ in die Hand zu nehmen, solle man lieber für nur eine Million den Neunkircher Bahnhof besser ans überregionale Streckennetz über den Verkehrsknotenpunkt Mannheim anbinden, meint Fried. „Von der Homburger Bahnstrecken-Verlängerung würden in erster Linie die Zweibrücker profitieren“, sagte Fried vor der Presse: „Die wären dann eine Viertelstunde schneller in Homburg als mit dem Bus, der 30 Minuten braucht.“ Umstiegsfrei gelangten die Zweibrücker mit dem Zug bis Mannheim. Es müsse „genau geprüft werden, wo das saarländische Geld am sinnvollsten für die Saarländerinnen und Saarländer eingesetzt werden kann. Gerade ein Land, das unter Sparzwängen steht, muss sich die Verteilung der knappen Ressourcen gut überlegen und langfristig denken“, sagte der OB. Die Vorentwurfsplanung zur Wiederinbetriebnahme der Zweibrücker Trasse habe beide Länder gut 700.000 Euro gekostet. Die Realisierung „würde geschätzte Kosten von 30 Millionen erzeugen, wahrscheinlich sogar mehr“, argumentierte Fried. Das Saarland müsste einen Großteil übernehmen, da der Großteil der Strecke auf saarländischem Gebiet verläuft. Es bleibe die Frage, „inwieweit das Saarland profitiert. Hinzu kämen jährliche Betriebskosten im sechsstelligen Bereich“, zeigt sich Neunkirchens Oberbürgermeister skeptisch.“ „Sinnvoller wäre, in die saarländische Bahn-Infrastruktur zu investieren. Zum Beispiel für eine bessere Anbindung der zweitgrößten saarländischen Stadt ans Fernnetz über die Direktanbindung an den Verkehrsknotenpunkt Mannheim.“ Fried sagte, er habe dem Saarbrücker Wirtschaftsministerium vorgeschlagen, dies mithilfe eines sogenannten Flügelzuges zu bewerkstelligen: „Das wäre technisch ohne Erweiterung des Bahnnetzes machbar und würde dem Großraum Neunkirchen/Sulzbachtal/Illingen mit über 100.000 Einwohnern eine direkte Verbindung nach Mannheim ermöglichen.“ Einen Wagen des Flügelzuges könne man in Homburg vom Regionalzug Mannheim-Saarbrücken abkoppeln, über Neunkirchen fahren lassen, in Saarbrücken wieder anhängen – und umgekehrt. Reisende aus der Region St. Wendel/Ottweiler müssten weniger umsteigen. Dies alles, so der Neunkircher OB, „wäre möglich durch die Errichtung eines Zugdeckungssignals in Homburg, das etwa eine Million Euro kosten würde. Damit wären die Regionalisierungsmittel weit sinnvoller für das Saarland eingesetzt“ – im Gegensatz zur Zweibrücker Strecke, die dem Saarland nur die Anbindung der Bahnhöfe Beeden, Schwarzenbach, Schwarzenacker und Einöd mit etwa 8000 Einwohnern bringe. Allerdings, so Fried weiter, sei sein erster Vorstoß im Saarbrücker Ministerium nicht auf Widerhall gestoßen. |ghm/cha

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