Rheinpfalz
Ramstein-Miesenbach: Azur-Bad wohl zwei Sommer lang geschlossen
50-Meter-Bahnen im Hallenbad soll es geben, auch eine große Rutsche. Das Warmwasserbecken im Außenbereich bleibt, wird aber verlegt: Das alles sieht der erste Planungsentwurf für die Sanierung des Freizeitbads Azur in Ramstein-Miesenbach vor. Kosten in Höhe von 25 Millionen Euro stehen im Raum, 2021 könnte es losgehen.
Wie das Bad künftig aussehen soll, wird vom Verbandsgemeinderat in seiner Sitzung am 27. November beraten. Wenn das Gremium den Plänen grundsätzlich zustimmt, könnten die Arbeiten im Frühjahr 2021 beginnen, erläutert Bürgermeister Ralf Hechler (CDU). Für die Sanierungsarbeiten werde das Bad voraussichtlich eineinhalb Jahre geschlossen bleiben. Ein Teil der 25 Mitarbeiter werde im Azur bleiben, ein anderer in anderen Abteilungen der Verbandsgemeinde eingesetzt.
Vorgesehen ist, das Gebäude komplett zu entkernen und energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. Dasselbe gelte für die gesamte Bädertechnik. „Ein Vorteil ist, dass das Bad einen eigenen Brunnen hat“, erläutert Hechler. Die Wasserfläche des Freibades werde zugunsten derer im Hallenbad verkleinert. Dies bedeutet, dass die 50 Meter-Bahnen im Freien zurückgebaut werden. Dafür wird es zukünftig vier 50-Meter-Bahnen im Hallenbad geben. Dies sei ein großer Wunsch der Vereine und Schulen gewesen, sagt Hechler. Die Bahnen könnten mit einer versenkbaren Wand in 25-Meter-Strecken unterteilt werden. Um auch Schwimm- und Gymnastikkurse anbieten zu können, soll es an dieser Stelle auch einen Hubboden geben, um die Wassertiefe variieren zu können, erläutert Hechler.
Neues Dach und neue Wand
Ein bewegliches Dach und eine Seitenwand, die bei Bedarf aufgeschoben werden können, sollen über dem 50-Meter-Becken für Freiluftfeeling sorgen. Dafür werde das bestehende Trapezdach erneuert. Das Sprungbecken im Freibad bleibt laut den Plänen erhalten. Auch das bei den Besuchern sehr beliebte Warmbecken werde es wieder geben – allerdings an einer anderen Stelle. Dies gilt auch für die große Rutsche. Diese werde an einer anderen Stelle der Schwimmhalle angedockt, gerutscht werde in Röhren, die außerhalb der Halle verlaufen.
Sauna schlecht besucht
Wegfallen wird laut Hechler zukünftig die Sauna im Untergeschoss des Bades. Die Anzahl der Saunagäste habe sich in den vergangenen Jahren von etwa 15.000 auf unter 7000 Besucher pro Jahr reduziert. „Das ist wirtschaftlich nicht mehr darstellbar“, sagt der Bürgermeister. Eine Alternative sollen zukünftig eine Textilsauna sowie eine Infrarotkabine im Obergeschoss der Halle auf der Galerie bieten. Dort gibt es zurzeit noch eine Solarwiese, die aber künftig nicht mehr betrieben werden dürfe, berichtet Hechler.
Geplant ist auch, den Haupteingang umzugestalten: Für Schulklassen, größere Gruppen und Vereine ist ein eigener Zugang zur Schwimmhalle vorgesehen. Das Gelände vom Eingangsbereich bis in die Außenanlage werde zudem barrierefrei gestaltet, erläutert Hechler.
Die Kosten für die Sanierung sind mit rund 20 Millionen Euro veranschlagt. Sollte es bei dieser Summe bleiben, rechnet die Verbandsgemeinde mit zusätzlichen Baunebenkosten von rund fünf Millionen Euro. „Die Pläne sind allerdings nicht in Stein gemeißelt“, so der Bürgermeister. Über Details und Einsparmöglichkeiten werde der Rat diskutieren.
Hechler hofft auf Geld vom Land
„Da das Azur das einzige Hallenbad im Landkreis ist und wir für die Schulen und Vereine Trainingsmöglichkeiten bieten, erhoffen wird uns vom Land eine ordentliche Förderung“, sagt Hechler. Diese sei in der Vergangenheit mit der Forderung verbunden gewesen, Wasserfläche zu reduzieren. „Da sind wir mit der Schließung des Hallenbads in Landstuhl 2007 quasi schon in Vorleistung gegangen“, meint Hechler.
Der Verwaltungschef rechnet mit Unterhaltungskosten von 450.000 bis 500.000 Euro pro Jahr für das neue Bad. Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung wird laut Hechler in Auftrag gegeben, wenn der VG-Rat den Plänen grundsätzlich zugestimmt hat. Wegen des hohen Reparaturaufwands schwanke das Defizit aus dem Bad zur Zeit zwischen rund 800.000 bis 850.000 Euro. Seit der Schließung des Hallenbads in Landstuhl beteiligt sich die VG Landstuhl daran über einen Kooperationsvertrag mit 45.000 Euro jährlich, was nach Angaben Hechlers den Personalkosten für einen Mitarbeiter entspricht.
Termin
In einer öffentlichen Sondersitzung wird der VG-Rat am Mittwoch, 27. November, 18 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses in Ramstein über das Planungskonzept zur Sanierung des Freizeitbades Azur beraten.