Rheinpfalz Radeln, Baden und „Mariechen“

Von der Hütte im Schneiderfeld des Dahner Pfälzerwald-Vereins geht es wieder zurück in Richtung Dahn, der Weg dorthin biegt am S
Von der Hütte im Schneiderfeld des Dahner Pfälzerwald-Vereins geht es wieder zurück in Richtung Dahn, der Weg dorthin biegt am Schild rechts ab.

Sechs Wochen Sommerferien: Da ist jede Idee willkommen, wie der Nachwuchs zu beschäftigen wäre. Anregungen liefern dafür auch die Touristiker des Dahner Felsenlandes. Die haben – als erste in der weiteren Region – eine Broschüre „Tipps für Kids“ herausgegeben, und zwar mit (Wander-) Touren und Ausflugszielen über die Dahner Grenzen hinaus. Doch was für Feriengäste gedacht ist, kann ja auch Einheimischen gute Dienste tun. Wir haben’s ausprobiert.

Am Anfang steht die wichtige Frage: Womit das Kind bei der Stange halten, dass auch die Eltern was vom Tag haben? Das hängt – natürlich – von den Vorlieben der Kleinen ab. In unserem Fall liegen die klar auf der Hand: Radfahren heißt der große Favorit des kleinen Mannes. Mit Wandern hat der Sechsjährige noch wenig am Hut. Das haben wir bei der Seehof-Tour, einem wunderbar schattigen Rundgang von knapp vier Kilometern um die Weiher bei Erlenbach, schon voriges Jahr getestet; nur das in Aussicht gestellte Eis am Kiosk plus Besichtigung der Burg Berwartstein kurbelten am Ende die Motivation wieder an. Ab Ameisenhaufen Nummer fünf und dem dritten Holzstamm-Balancieren hatte der Wald seinen Reiz verloren. Dieses Jahr findet der Wald die volle Zustimmung des Probanten: Denn jetzt darf er dort feste in die Pedale treten. „Cool“, lautet denn auch der karge, aber klare Kommentar. Ausgesucht haben wir einen Rundweg um Dahn: vom Wanderparkplatz Büttelwoog über den Neudahner Weiher und die PWV-Hütte wieder zurück; zum Abschluss wollen wir ins „Badeparadies“, weil es sich in dem Dahner Frei- und Hallenbad bei gutem und schlechtem Wetter planschen lässt. Ausgeschrieben ist dieser Rundweg in der Kinder-Broschüre als „Moosbachtal-Tour“ mit etwa elf Kilometern Länge. Allerdings für Fußgänger mit – geländegängigem – Kinderwagen, weswegen wir einen passenden Radweg auswählen, der weitgehend parallel zur Wanderroute verläuft. Start und Ziel ist für Fußgänger und Radfahrer der Wanderparkplatz im Dahner Stadtteil Büttelwoog. Während Wanderer der „Kaisertour“ folgen, fahren wir vor zur Straße „Im Büttelwoog“ und zwischen den markanten Felsen hindurch hinunter bis zu den Bahngleisen, vor denen wir links abbiegen und durchs Wohngebiet radeln, bevor die Straße sich zum asphaltierten Radweg in Richtung Neudahner Weiher verengt – eine kurze Strecke, auf der wir auf Autos achten und eine gut befahrene Straße queren müssen. Ab dann haben Radfahrer aber das Sagen, vor allem am Wochenende herrscht Hochbetrieb. Aber auch das muss der Nachwuchs schließlich lernen: Wie man bei viel Gegenverkehr in der Spur bleibt. Nach einer halben Stunde sind wir am Neudahner Weiher angelangt; Wanderer nehmen den Waldweg links vom Campingplatz mit der Markierung „Dahner Rundwanderweg“, Radler folgen der kleinen Straße rechts des Weihers zur bewirtschafteten Hütte des Dahner Pfälzerwald-Vereins, die wir in knapp 40 Minuten erreichen. Zeit für eine längere Pause. Markante Felsen säumen die Tour, etwa der Schwalbenfelsen am Ortsrand oder der Elwetritsche-Felsen im Tal, auch die Burg Neudahn. Dazu gibt’s sattes Wiesengrün und Wasserlandschaften im Naturschutzgebiet Moosbachtal. Fürs Naturschauspiel ringsum bringt der Nachwuchs aber noch nicht das rechte Verständnis auf. Er scannt Boden und Ränder ab – auf der Suche nach „Rampen“, kleinen Hindernissen, die das Radfahren noch spannender machen. Das ändert sich schlagartig, als wir am Gnadenhof für Nutztiere vorbei kommen; den erreichen wir, indem wir von der PWV-Hütte ein Stück zurückrollen und rechts auf einen Wirtschaftsweg (Seerosen-Tour) abbiegen. Kühe, Ziegen und Schafe hat der Verein dort aufgenommen. Die wecken die Neugierde des kleinen Radlers. Er hat Glück: Vereinsmitglieder sind auf dem Grundstück, winken den Zaungast heran. Der darf jetzt „Mariechen“ streicheln und füttern, eine weiß-braune Kuhdame, die mit Wucht angaloppiert, als sie gerufen wird. Weiter geht’s auf dem Wirtschaftsweg durch den schattigen Wald, vorbei am Rothsteigbrunnen, erst sanft hinauf, dann hinunter, bis wir die Stadt erreichen, durch die Straße „Am Büttelwoog“ fahren, zurück zum Parkplatz. Über eine Stunde haben wir von der PWV-Hütte bis hierher gebraucht, freilich mit Pausen und einem bühnenreifen, aber zum Glück folgenlosen Sturz eines kleinen Rennfahrers, der nun leichte Ermüdungserscheinungen zeigt. Jetzt haben wir uns eine Erfrischung im Bad verdient – und das, weil es so schön ist, im Freien. Ab ins Wasser, danach ein Eis und dann trennen sich die Wege: Klein geht auf den Spielplatz, Groß lässt sich auf die Wiese fallen. Keine Frage: Von diesem Tag hat jeder was gehabt. Die Tour Start und Ziel für die Moosbachtal-Tour ist der Wanderparkplatz beim Sportpark Dahn (Eybergstraße). Von dort geht es mit dem Rad links ab bis zur Straße Im Büttelwoog, dort rechts und den Berg hinunter. Vor den Bahngleisen geht es links ab (Ludwig-, Schillerstraße) durch ein Wohngebiet zum Radweg in Richtung Neudahner Weiher (Bahnhaltepunkt Moosbachtal), dort links ab auf kleiner Straße durchs Naturschutzgebiet Moosbachtal zur PWV-Hütte (Öffnungszeiten: von April bis Oktober täglich außer Montag und Dienstag 10 bis 18 Uhr). Wer nicht an der Hütte rastet: Kurz davor geht es links ab auf einen Wirtschaftsweg (Seerosen-Tour) durch ein Tal vorbei am Gnadenhof, bis der Weg auf einen anderen Wirtschaftsweg mündet; dort links ab und am Rothsteigbrunnen vorbei nach Dahn, wo man „Im Büttelwoog“ wieder ankommt. Wir waren inklusive Pausen rund vier Stunden gemütlich unterwegs. Die Serie „Daheim unterwegs“ heißt unsere kleine Sommerserie, in der wir Ausflugstipps für Kleine und Große vorstellen – von Radeln und Wandern bis zur Atelier-Rundreise für schlechteres Wetter.

Eine kurze Laufstrecke von etwa einer Stunde und gut geeignet für Kinderwagen ist die Seehof-Tour, die im Schatten rund um Bade-
Eine kurze Laufstrecke von etwa einer Stunde und gut geeignet für Kinderwagen ist die Seehof-Tour, die im Schatten rund um Bade- und Fischweiher führt; Badevergnügen und Burgbesuch bieten sich außerdem an.
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