Rheinpfalz Qual der Wahl bei der Karriere
Mannheim. Mit 342 Ausstellern waren in der 17. Auflage von „Jobs for Future“ so viele Anbieter wie noch nie bei der Veranstaltung für Aus- und Weiterbildung zu Gast, und auch die Zahl von 43.875 Besuchern der dreitägigen Messe auf dem Maimarktgelände ist ein Rekord. Der eigentliche Erfolg zeigt sich jedoch erst in den kommenden Tagen und Wochen, wenn die Bewerbungen um Ausbildungs- und Praktikumsplätze bei den Firmen landen.
„Gut ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte sind die Triebfeder für unseren Arbeitsmarkt“, betonte Baden-Württembergs Europaminister Guido Wolf, und: „Unser duales Ausbildungssystem ist ein Modell für Europa.“ Die ersten Schritte in diesem System machten viele Besucher auf der Messe „Jobs for Future“. Egal ob Studienangebote, Ausbildungsberufe oder Karrierechancen direkt nach der Ausbildung – die Messe hatte für alle Bedürfnisse ein Angebot. Die 15-jährige Jana kam zusammen mit ihren Eltern extra aus Mosbach nach Mannheim: „Wir haben von dieser Messe gelesen, und langsam muss sie sich entscheiden, in welche Richtung es für sie gehen soll“, erklärte Vater Sebastian Hunger. Er selbst werde seiner Tochter dabei keine Steine in den Weg legen: „Wir werden sie selbstverständlich unterstützen – egal wofür sie sich entscheidet.“ Die Realschülerin ist noch unentschlossen: „Vielleicht gehe ich zur Polizei, oder vielleicht mache ich doch etwas mit Tieren, oder ich mache erst einmal Abitur“, erklärte sie. Die Orientierung im Dickicht der vielen beruflichen Möglichkeiten ist eben gar nicht so einfach. Auch nicht, wenn man schon konkretere Vorstellungen hat: „Ich würde gern studieren, aber ich habe mich noch nicht endgültig entschieden“, erzählt Alina Eisenhart aus Mannheim, die sich am Stand des Ludwigshafener Ostasieninstituts informierte. Aber vielleicht wurde die 19-Jährige auch bei Abbvie fündig. „Wir haben mit dem ausbildungsintegrierten Studiengang zum Bachelor of Science Bio- und Pharmatechnik eine Besonderheit in der ganzen Region“, warb Ausbildungsleiterin Susanne Querfurth. „Nach der vierjährigen Ausbildungszeit hat man mit dem Biolaboranten und dem Bachelor gleich zwei Abschlüsse in der Tasche.“ Nur eine von zahllosen Möglichkeiten, die es bei „Jobs for Future“ zu entdecken gab. „Das Interesse ist groß“, verriet sie. Das galt auch für die Sensus GmbH, einem weiteren Ludwigshafener Unternehmen in den beiden Maimarkthallen. „Wir wissen schon jetzt, dass nächste Woche eine ganze Menge Bewerbungsmappen und Anfragen nach Praktikumsplätzen auf uns zukommen wird“, erklärte Berater Fabian Wulff. Alle vier Mitarbeiter am Stand waren nahezu ununterbrochen in Gesprächen, beantworteten Fragen und warben für den eigenen Arbeitgeber. „Wir haben in vielen Bereichen noch Ausbildungsplätze für 2017 offen“, betonte Wulff. „Wir haben noch Plätze für 2018, aber wir suchen auch schon für das Jahr darauf“, sagte hingegen Diana Umhauer von der Recruiting-Abteilung der BASF. Der Stand des Chemiekonzerns war einer der am dichtesten umlagerten Stände der Messe. „Industrie 4.0“ stand im Vordergrund und machte sich auch in der Vorstellung der Berufsbilder bemerkbar. Mit einer virtuellen Brille erhielten die Interessenten eine kleine Werksführung und konnten sich so schon einmal umschauen. Im traditionellen Handwerk war das Interesse hingegen nicht ganz so stark. „Aber es erkundigen sich schon Leute“, sagte Bäckermeister Harald Jakobitz von der Handwerksinnung. Vor allem viele Flüchtlinge seien erfreulicherweise an den Stand gekommen. „Wir freuen uns über alle Interessenten.“