Rheinpfalz Puzzleteilchen fürs Projekt Waldpark

Die ringförmigen Reste des Bärenzwingers im Karlsbergwald sollen nach den Vorgaben des Denkmalschutzes aufgearbeitet werden.
Die ringförmigen Reste des Bärenzwingers im Karlsbergwald sollen nach den Vorgaben des Denkmalschutzes aufgearbeitet werden.

Im einstigen Karlsberg-Schlosspark des Herzogs Carl II. August zwischen Homburg-Sanddorf und Käshofen soll das Denkmalschutz-Projekt „Waldpark Schloss Karlsberg“ fortgesetzt werden. Waren in den vergangenen Jahren die Überreste der Schloss-Orangerie und des Tosbeckens am Schwanenweiher mit Cortenstahl ausgekleidet worden, soll dies demnächst auch am sogenannten Bärenzwinger so geschehen.

Am Montagabend beauftragte der Bauausschuss des Stadtrats die Stadtverwaltung, beim Saarbrücker Wirtschaftsministerium Fördergelder für das Projekt zu beantagen. Wie Roland Ecker vom Bauamt erläuterte, konnten bislang alle Planungen für das Bärenzwinger-Vorhaben von Mitarbeitern des Homburger Rathauses erledigt werden. Mit Forst- und Denkmalbehörden sowie den Kollegen im dicht angrenzenden Rheinland-Pfalz habe man eine „denkmalgerechte Präsentation der Ruinen“ vereinbart, um „mit historischen und neuen Materialien“ erkennbar zu machen, wo sich einst der Bärenzwinger im Karlsbergwald befand. „Wir machen das ähnlich wie bei Orangerie und Tosbecken mit Umrissen aus rostendem Cortenstahl“, erläuterte Ecker. Auf diese Weise wolle man die kreisrunde Anlage mit gut 40 Metern Durchmesser neu in Szene setzen – „mit den angedeuteten Konturen des einstigen zentralen Wassergrabens“. Der quadratische Pavillon, dessen Grundmauern in der Mitte der Anlage entdeckt wurden, soll durch stählerne Poller an seinen vier Eckpunkten markiert werden. Von einigen der 19 Stallungen, die das ringförmige Gebilde umgaben, sind noch steinerne Relikte erhalten. „Das Mauerwerk an zwei verfallenen Ställen soll instandgesetzt werden“, erläuterte Roland Ecker. „Obwohl diese Gebäude gar nicht aus der Herzogszeit stammen, sondern aus den 1950er Jahren. Die Denkmalschutzbehörden halten sie trotzdem für wichtig.“ Der Grundriss jener Ställe, die heute verschwunden sind, soll am Boden durch Schotterflächen nachgezeichnet werden. Den Löwenanteil des Rekonstruktionsprojekts werden nach Eckers Angaben die Mauerwerk-Sanierung sowie das Nachzeichnen des Wassergrabens, der Mittelinsel und des Außenrings einnehmen. „Ein Stück hangaufwärts ist ein Aussichtspunkt vorgesehen“, berichtete Ecker. Schon zu Zeiten Carls II. Augusts habe sich dort ein schöner Panoramablick eröffnet. Es soll auch eine kleine Bärenfigur angebracht werden, durch deren offenen Bauch Besucher die rekonstruierte Anlage künftig betrachten können. „Dabei ist der Name Bärenzwinger nur halb zutreffend“, wusste Roland Ecker vor dem Bauausschuss zu berichten: „Heute weiß man, dass der Herzog in diesen Stallungen keine Bären, sondern kleinere vierfüßige Tiere gehalten hat.“ Im Homburger Stadthaushalt sind 150.000 Euro als Eigenanteil für das Projekt eingestellt. Dieses kann jedoch nur dann realisiert werden, wenn die zugesagte 70-prozentige Förderung vom Land wirklich fließt.

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