Rheinpfalz Positive Wende bei WC-Anlage

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Das Aufatmen an den Ratstischen war unüberhörbar, als in der Sitzung des Ortsgemeinderats Hauenstein am Dienstagabend Ortschef Bernhard Rödig über eine „positive Wende“ zur geplanten und über 100.000 Euro teuren WC-Anlage in der Schuhmeile berichten konnte: Die notwendige öffentliche Toilette soll nun in der „ShoeCity“ ausgewiesen werden.

Rödig

berichtete über eine Sitzung der Quartiersgemeinschaft vom Vortag, bei der er den Akteuren der Schuhmeile die Pläne der Anlage erläuterte, die in der Industriestraße neben dem dortigen Trafohäuschen errichtet werden sollte und für die der Planer Kosten von 107.000 Euro errechnet hatte. Rödig sollte mit der Quartiersgemeinschaft über Möglichkeiten der Kostenbeteiligung sprechen und auch über die Finanzierung der Folgekosten, die der Ortschef auf jährlich 6000 Euro bezifferte. Dazu kam es nicht: Carl-August Seibel, Inhaber der „ShoeCity“, bot spontan an, die Toiletten im Gebäude des Schuhzentrums an der Alten B 10, die laut Rödig alle Vorgaben erfüllten und auch behindertengerecht sind, als öffentliche Anlage auszuweisen und entsprechend in der Schuhmeile zu beschildern. Die Erleichterung quer durch alle Fraktionen war greifbar: Und so wurde die Verwaltung beauftragt, das Angebot des Unternehmers anzunehmen. Der Rat regte an, mit Seibel eine Vereinbarung zu treffen, die eine Nutzung der Anlage auf die Dauer von mindestens zehn Jahren ermögliche. Auch über die Verteilung der Folgekosten müsse umgehend gesprochen werden. Die Notwendigkeit, einen von der Verwaltung vorgeschlagenen Vorratsbeschluss über die Ausschreibung der ursprünglich geplanten Anlage zu treffen, sah der Rat nicht. Einstimmig verabschiedete der Rat das Einzelhandelskonzept, das für 16.000 Euro erstellt wurde und mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Westpfalz und der Planungsgemeinschaft Westpfalz abgestimmt worden war. Das Konzept bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung der Schuhmeile. Es sieht eine Verkaufsfläche von 10.000 Quadratmetern für Schuhe vor. Für den Schuhverkauf werden bislang bereits 6700 Quadratmeter genutzt, sodass noch weitere 3300 Quadratmeter Schuhverkaufsfläche entstehen könnten. Für andere Artikel – Textilien beispielsweise – ist die Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter festgeschrieben. Ortsbürgermeister Rödig will in dem nun beschlossenen Konzept einen „ersten Schritt sehen“: Eine Fortschreibung müsse erfolgen. Der Vorschlag, das Konzept auch auf die Ebene der Verbandsgemeinde zu liften, liege derzeit auf Eis, wird im Rat aber auch sehr kritisch gesehen. Manfred Seibel (Grüne) merkte an: „Ich setze drei Fragezeichen, ob das in dieser Dimension von der Ortsgemeinde auf den Weg gebracht werden kann.“ Und Rödig ergänzte: „Das kostet noch einmal rund 6000 Euro und wir haben nichts davon.“ Bei Enthaltungen der Grünen passierte der Aufstellungsbeschluss über den Bebauungsplan „Sondergebiet Schuhmeile“ den Rat. Dessen Notwendigkeit ergibt sich aus dem Einzelhandelskonzept: Im Zuge der Abstimmungsgespräche mit den übergeordneten Behörden war festgelegt worden, dass die getroffenen Aussagen zu den Verkaufsflächen in einem Bebauungsplan verbindlich zu regeln sind. 30.000 Euro, so war zu hören, wird der Plan kosten. Er umfasst eine Fläche von 6,79 Hektar, für die der Rat – ebenfalls mit Enthaltungen aus der Grünen-Fraktion – eine Veränderungssperre erließ. „Mindestens ein halbes Jahr“ werde es dauern, bis der Plan rechtskräftig sei, meinte Ortschef Rödig. (ran)

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