Rheinpfalz Patent gegen China-Spione
«Offenbach.»Viele kennen das: Die Frontscheibe des Autos ist mit einer Eisschicht überzogen. Gut, wenn ein Eiskratzer zur Hand ist. Wenn die gefrorene Wasserschicht jedoch besonders dick ist, kann es mit einem Allerweltseiskratzer schwierig werden. Mit dem neu entwickelten Eishobel aus dem Hause Südpfalzwerkstatt soll dieses Problem der Vergangenheit angehören, sagt Heribert Boltz der RHEINPFALZ. Er ist Bereichsleiter für die Südpfalzwerkstatt-Eigenmarke „Max4Car“, die Autozubehör herstellt. Der neue Eiskratzer hat auf seiner Oberseite vier Zähne aus Kunststoff, genauer handelt es sich um Polystyrol. „Dieser Kunststoff ist nicht nur temperaturbeständig, sondern auch oberflächenhart. Unsere Produkte sollen langlebig sein“, sagt Boltz. Mit dem Hobel soll dicken Eisschichten auf Autofenstern der Garaus gemacht werden. Dieser ist so geformt, dass er auch als Handschaufel benutzt werden kann, um Eisbrocken beiseite zu schaffen. „Wir wollten, dass unsere neue Entwicklung einen Werkzeugcharakter hat.“ Der Eishobel soll in drei Farben produziert werden – in Limette, in Grün, in Blau. Vielleicht kommt für eine vierte Variante ein Anthrazitton ins Spiel. Kosten soll der Eiskratzer laut Boltz zwischen 4 und 4,50 Euro. „Er wird spätestens im September 2019 auf den Markt kommen“, betont er. Der Eishobel werde auch zu 100 Prozent recycelbar sein, Nachhaltigkeit spiele bei den Produkten des Hauses eine große Rolle, sagt Boltz. Und er ist sich sicher: Der Eishobel wird ankommen. Mancher würde ihn sich vielleicht jetzt schon wünschen. Die Idee für den Eishobel sei zum einen entstanden, weil Fahrzeuge immer größer würden, erklärt Boltz. Der neue Eiskratzer trage dieser Entwicklung Rechnung. Zudem sei es der Wunsch des Entwicklerteams gewesen, dass Autoscheiben schneller enteist werden können. Schon frühere Modelle seien mit kleinen Hobelzähnen versehen gewesen, neun von zehn Kunden hätten aber damit nichts anfangen können. Deshalb sei in der zweieinhalbjährigen Entwicklungszeit darauf geachtet worden, diese Funktion besser zu machen. Um die neue Hobel-Technik zu schützen, hat die Südpfalzwerkstatt ein Patent angemeldet. „Derzeit läuft noch die Nachprüfung“, sagt Boltz. Besonders die Chinesen würden viele Produkte nachahmen. Es gebe Messen, bei denen Vertreter der Südpfalzwerkstatt Kontrollgänge machten, um zu schauen, ob die Konkurrenz aus Fernost Produkte kopiert hat. Es seien zwar auch schon früher Eigenprodukte patentiert, jedoch nur Designs zum Schutz angemeldet worden. Derzeit werde noch nach einem Namen für den Eishobel gesucht. „Es muss ein Name sein, der auch international funktioniert“, sagt Boltz und betont, dass sich „Max4Car“ mit seinen Produkten gegen Wettbewerber behaupten müsse. Deshalb gilt auch bei der Südpfalzwerkstatt: Stillstand ist Rückschritt. „Wir hatten immer Erfolge, wenn wir Kunden mit neuen Modellen überrascht haben.“ Die Einrichtung stellt jährlich fast 1,5 Millionen Autozubehörprodukte für den Winter her, allein der Eiskratzer „2K“ wird jährlich rund 700.000-mal produziert. „Für uns ist ,Max4Car’ ein Alleinstellungsmerkmal. Darauf sind wir stolz. Mit diesen Produkten machen wir mehr als ein Drittel unseres Umsatzes und beschäftigen rund 100 Personen“, sagt Südpfalzwerkstatt-Geschäftsführerin Marina Hoffmann. Die Eigenprodukte böten der Einrichtung die Möglichkeit, die Auslastung und damit Arbeitsplätze zu sichern. „Außerdem ist es für unsere behinderten Mitarbeiter schön, wenn sie die von ihnen gefertigte Produkte im Baumarkt sehen“, sagt Boltz. Kunden von „Max4Car“ sind beispielsweise Hornbach, ATU oder Globus. Eiskratzer, Schneebesen und andere Produkte sind aber auch in Lebenshilfeeinrichtungen wie dem Cap-Markt in Herxheim oder der Zulassungsstelle in der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße in Landau erhältlich.