Rheinpfalz Oberbürgermeister auf Werbetour

Mannheim. Die Stadt geht neue Wege, um Fachkräfte an Mannheim zu binden. Gemeinsam mit dem Stadtmarketing lud sie dafür alle ausländischen Studenten der Hochschulen und des Goetheinstituts zur Willkommensparty ein. Und die hat am Montagabend in der Alten Feuerwache stattgefunden.

An allen Mannheimer Hochschulen kommen etwa zehn Prozent der rund 28.000 Studenten aus dem Ausland. Bislang wurden sie jeweils in einer Feierstunde zum Semesterbeginn begrüßt. Mit dem neuen Veranstaltungsformat hofft Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) nun darauf, Studierenden eine Orientierungshilfe zu bieten, die kurz vor dem Abschluss stehen. „Mannheim als Stadt mit hoher Lebens- und Wohnqualität überzeugt auch internationale Fachkräfte mit qualifizierten Arbeitsplatzangeboten“, wirbt er. Ziel sei, dass sie die Stadt ein wenig besser kennenlernen, egal ob sie nun kurz hier sind oder länger bleiben wollen. Zur Unterstützung hat er Natasha Walker mitgebracht, die selbst vor 22 Jahren in der Metropolregion hängen geblieben ist. „Ursprünglich wollte ich nur zwei Semester hier studieren“, sagt sie schmunzelnd. „Wer kann sich vorstellen, hier nach dem Studium zu arbeiten oder sogar selbst ein Unternehmen zu gründen?“, fragt sie in die Runde. Gar nicht wenige der rund 200 jungen Menschen aus aller Welt melden sich zu Wort. Olof aus Norwegen zum Beispiel. Als angehender Techniker sieht der 22-Jährige gute Möglichkeiten für sich. „Mir gefällt es hier sehr gut. Ich wollte mich einfach einmal umsehen“, sagt der 22-Jährige, der gar nichts mit dem Gerücht anfangen könne, dass Mannheim als Stadt ziemlich langweilig sei. Eine Internet-Bloggerin hatte das in die Welt gesetzt. Viele der Studenten können sich, zumindest auf gezielte Nachfrage hin, eine Zukunft zwischen Neckar und Rhein vorstellen. Und das aus vielen Studienrichtungen: Egal ob Betriebswirtschaftler, Ingenieure, Künstler oder Akademiker aus dem Bildungsbereich – der Oberbürgermeister muss nicht viel tun, um die jungen Leute von Mannheim als Wirtschaftsstandort zu überzeugen. Faraz aus Pakistan zum Beispiel würde wirklich gerne hierbleiben, absolviert dafür gerade einen Deutschkurs am Goethe-Institut. „Ich hoffe, dass ich darüber hinaus eine Möglichkeit finde.“ Mit einem Besuch der Willkommensparty hat er dafür einen wichtigen Schritt gemacht, denn nach dem Werbeblock mit Oberbürgermeister Peter Kurz und Vertretern aus Wirtschaft und Hochschulen nutzt er die Möglichkeiten auf dem „Marktplatz“. Hier treffen die Studenten auf Vertreter der Bundesagentur für Arbeit und der kommunalen Ausländerbehörde, die bei den notwendigen Schritten zu Aufenthalt- und Arbeitserlaubnis Unterstützung anbieten. Hier informiert sich auch Iman aus dem Iran. „Mit der Sprache habe ich noch meine Schwierigkeiten“, gibt die junge Frau zu. Beinahe stillschweigend haben sich die jungen Menschen aus allen Teilen der Welt und allen Hochschulen deshalb auf Englisch geeinigt, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Denn der Kontakt mit anderen birgt Chancen. Der Aufbau eines internationalen Netzwerks ist ein wichtiger Bestandteil solcher Treffen, wie Natasha Walker aus Erfahrung weiß. „Sie haben sich für eine Stadt entschieden, die immer jung geblieben ist und einen mutigen Blick in die Zukunft wagt. Viele technische und künstlerische Neuerungen haben von hier aus ihren Weg in die Welt gefunden. Und auch Sie können mit ihrem Studium Teil dieses Weges werden“, sagt OB Kurz, um noch einmal etwas dicker aufzutragen.

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