Rheinpfalz Narren treten Südseereise an
„Sommer Sonne Sonnenschein, hey, ab in den Süden“, dröhnte es zu Beginn der Prunksitzung des Turnvereins Hinterweidenthal (TVH) am Samstag beim Einzug entsprechend dem Motto in die TVH-Halle.
Dennis Zick und Florian Eder, zwei der drei Moderatoren, erreichten die TVH-Bühne paddelnd in einem Gummiboot. Die Gäste in der bis auf den letzten Platz gefüllten TVH Halle waren schon beim Einzug aus dem Häuschen. „Sie gehen nicht baden mit uns“, versprachen die zwei Jungs und kommentierten den Einzug von Mitmoderatorin Marliese Zimmermann so: „Aloah vom TVH-Team, Marlies trägt einen Badeburka.“ Fünfeinhalb Stunden lang heizten die Protagonisten auf der Bühne – in der Bütt, mit Tanz und Gesang oder Sketchen – dem Publikum närrisch ein und versetzten es in Südseestimmung. Tänzerisch machten die „Little Big Stars“, die Nachwuchstänzerinnen des TVH, den Anfang und brachten das Publikum mit locker-flockigen Rhythmen und tänzerisch homogen auf Temperatur. Die „Crazy Girls“, wie fast alle Tanzgruppen ebenfalls ein TVH-Eigengewächs, heizten im ersten Teil ebenso wie „Young Generation“ und die Hauensteiner Tanzgruppe „One 2 Step“ das Publikum mit Showtänzen entsprechend dem Motto „Sommer, Strand und Sonnenschein, Südseespaß beim Turnverein“, tänzerisch ein. Mit der Gruppe „Step und Pep“ kam noch jede Menge Glamour und ein Hauch von Erotik hinzu, gepaart mit allem, was Showtanz auszeichnet. Mit der Gruppe „Projekt X“ wagten die jugendlichen Tänzerinnen und Tänzer sehr moderne Hip-Hop-Tanzvarianten, die das Publikum begeisterten. Im zweiten Teil des Programms machten die „tanzenden Muttis“, wie die „Dance Company“ von den Moderatoren genannt wurden, den Anfang, bevor „Dance Impression“ etwas Copacabana einhauchte. Das Thekenteam, „Wieslauterspatzen“ genannt, ließ ebenso die Puppen tanzen wie das TVH-Männerballett mit seinen „Scout“-Schulranzen als Höhepunkt zum Schluss der Südseereise. Den Anfang in der Bütt machte mit Roland Links ein TVH-Urgestein. 77 Jahre jung, 33 Jahre lang in der TVH Bütt, berichtete die „Gazelle von Mallorca“ von mathematischer Logik, wie 6 mal 6 ist anstrengend und 7 mal 7 gibt feinen Sand. Als er dann auch noch mit zwei Hula-Hup-Reifen große Rhythmische Sportgymnastik Künste vollführte, wurden die Handys gezückt, um entweder ein Video zu drehen oder Fotos zu machen. Zum Standard-Repertoire gehört die Meckerorgel, deren Pfeifen, nachdem sie öfter geölt werden mussten, das Ortsgeschehen auf die närrische Schippe nahmen. „Wer einmal georgelt hat, der kann es nicht mehr lassen“, sang „Edmundi“ Edmund Bauer als Drehorgelmann. Florian Leidner in der Bütt teilte das Publikum in „Langweiler“ „Lustige“ und „Perverse“ ein, bevor er sinnierte, warum bei einem Autounfall der Beifahrer-Air-Bag – auf dem Beifahrersitz saß ein „Häschdner“ – nicht funktionierte. Seine Antwort: „Der wird sich geekelt han.“ Martin Berberich alias „Maddin“ berichtete von Verdauungsproblemen und daraus resultierenden Unfällen. Die Gesundheitsreform hinterfragte er an einem Beispiel: „Viagra kriegst Du bezahlt, aber keine Brille.“ Er hat auch nichts gegen Saarländer, jedenfalls nichts, was hilft. Ein Dauerbrenner in der Bütt ist Tobias Paltz, dieses Mal wieder als Bauer Sepp. Immer noch auf der Suche nach der passenden Liebsten, berichtete er von einem „Rende-Wuz“. Seine tänzerischen Fähigkeiten stellte er als Zumba-Tänzer unter Beweis, zur Freude vor allem der weiblichen Besucher. Die „Dancing Dolls“, Minimenschen, die sich tänzerisch von „Sugar Baby Love“ bis „Cotten eye Joe“ betätigten, zogen die Aufmerksamkeit auf sich, weil sich viele der Besucher fragten, „Wie machen die das?“ Des Rätsels Lösung: Die Füße waren am Knie angeklebt. Rico Babylon brachte die Männer und Frauen zum Schreien und berichtete über eine Irrfahrt mit seiner Oma. Den Schlusspunkt in der Bütt machte „Labbeduddel“ Julian Hunsicker. „Uff jedi guti Sitzung gehört ä schääner Mann, do bin ich“, begrüßte er das Publikum. Er hat Zähne wie Sterne. „Abends kommen se raus.“ Gesanglich heizten die Rappenfelser und die Turnerlerchen dem Publikum ein, bevor die Südseereise am frühen Morgen feucht-fröhlich endete. |elim