Rheinpfalz Mit Kanal von Petersberg nach Rodalben begonnen

Die Bauarbeiten an der Leitung, die künftig das Petersberger Schmutzwasser in die Kläranlage Rodalben transportieren wird, haben begonnen. Gebaut wird diese, weil die Nano-Membran-Anlage in Petersberg wegen anhaltender technischer Probleme außer Betrieb gesetzt wurde. Positiver Nebeneffekt: Dass die Anlage nicht mehr betrieben wird, macht sich im Wirtschaftsplan für das Abwasserwerk der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben mit sinkenden Stromkosten bemerkbar.
Im Wirtschaftsplan 2019, mit dem sich der Werksausschuss Ende November beschäftigte und über den abschließend der Verbandsgemeinderat am 19. Dezember entscheiden muss, sind 50.000 Euro weniger Stromkosten eingeplant. Bereits im Jahr 2017 waren – in erster Linie wegen der vom Netz genommenen Anlage – die Stromkosten um 111.000 Euro gesunken, erläuterte Wirtschaftsprüfer Harald Breitenbach. Für den Bau des Verbindungssammlers von Petersberg nach Rodalben sind 2019 2,5 Millionen Euro eingestellt. Es ist die teuerste Baumaßnahme im Wirtschaftsplan. Ansonsten sind 400.000 Euro kalkuliert, um die Gruppenkläranlage Schwarzbachtal bei Rieschweiler-Mühlbach energetisch zu sanieren. Das spart auch Strom. Für die Verbesserung der Klärschlammbehandlung in der Kläranlage Wallhalben sind 300.000 Euro eingestellt. Das Thema Klärschlamm, kündigte Werkleiter Joachim Becker an, werde den Ausschuss im kommenden Jahr intensiver beschäftigen. Ausschussmitglied Heino Schuck wollte wissen, ob die Schlammentsorgung teurer werde. Dem sei so, bestätigte Becker. Noch immer sei aber nicht klar, wohin die Reise bei der Klärschlammentsorgung abschließend gehe. Ansonsten sind im Kanalwerk vor allem Baumaßnahmen in den Orten vorgesehen, in denen Neubaugebiete erschlossen werden sollen (Krähenberg, Herschberg) oder Straßen saniert werden (Wallhalben, Höheischweiler). Für Baumaßnahmen im Kanalwerk nimmt die Verbandsgemeinde gute zwei Millionen an Krediten auf. Das beste Angebot unterbreitete die Sparkasse Südwestpfalz. Für zehn Jahre wird der Zinssatz auf 1,235 Prozent festgelegt. Was von den geplanten Baumaßnahmen zum Tragen kommt, bleibe abzuwarten, sagte Becker auf das Beispiel Höheischweiler verweisend, wo die Hauptstraße ursprünglich 2019 vom Landesbetrieb Mobilität ausgebaut werden sollte. Stand jetzt wird sich der Ausbau verzögern. Dann werden auch eingeplante Arbeiten an der Kanalisation verschoben, erläuterte Becker. Aber werde ausgebaut, „soll es an den Werken nicht scheitern“, sagte er. Das gilt auch für die Biebermühler Straße in Thaleischweiler-Fröschen. Dort steht, wie berichtet, eine umfassende Sanierung mit mehrmonatiger Sperrung an. 415.000 Euro sind für die Kanalanschlussarbeiten eingestellt, im Wirtschaftsplan des Wasserwerks der Verbandsgemeinde sind 550.000 Euro für neue Wasseranschlüsse vorgesehen. Ob die Straße tatsächlich bereits 2019 ausgebaut wird, „müssen wir abwarten“, sagte Verbandsbürgermeister Thomas Peifer. Hier sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, zumal es ein ganz schwieriges Unterfangen werde. Werden alle Maßnahmen, die im Plan vorgesehen sind, umgesetzt, wird im Kanalwerk mit einer schwarzen Null als Jahresergebnis gerechnet. Im Kanalwerk bleibt die Schmutzwassergebühr unverändert bei 3,41 Euro pro Kubikmeter. Im Wasserwerk bleibt die Gebühr pro Kubikmeter Trinkwasser bei einem Euro netto. Der wiederkehrende Beitrag steigt, die turnusgemäße Erhöhung um einen Cent pro Jahr hatte der Rat bereits beschlossen, auf zwölf Cent pro Quadratmeter gewichteter Fläche. Damit trägt die Verbandsgemeinde der Forderung des Wirtschaftsprüfers Rechnung, das Eigenkapital wieder aufzubauen. Durch Verluste in den vergangenen Jahren war dieses zurückgegangen. 385.000 Kubikmeter Trinkwasser plant das Werk zu verkaufen. Größte Ausgabeposition sind die Personalkosten mit 386.000 Euro. Für den Kauf von Wasser aus Pirmasens sind 182.000 Euro eingeplant. Was den laufenden Bau der Verbundleitung anbelangt, die einen Anschluss ans Netz des Wasserzweckverbandes Sickingerhöhe/Wallhalbtal beinhaltet, geht Becker davon aus, dass die Anbindung von Höheinöd bis zum Rübenberg in Thaleischweiler-Fröschen Mitte nächsten Jahres fertiggestellt ist. Im Wasserwerk ist vorsorglich eine Kreditaufnahme von 1,4 Millionen Euro vorgesehen. Der Betriebszweig Fotovoltaik sieht einen Gewinn von 17.000 Euro vor. 2018 mussten an zwei Anlagen Wechselrichter getauscht werden, was den Gewinn schmälern wird. Wirtschaftsprüfer Harald Breitenbach erläuterte die Jahresabschlüsse 2017 für die Bereiche Wasser/Fotovoltaik und Abwasser. Beim Wasser wird ein Gewinn von 28.000 Euro verbucht, bei den Fotovoltaikanlagen sind es 11.000 Euro, im Kanalwerk 58.000 Euro.