Rheinpfalz Minister rät: Häuser sichern

MAINZ (nob). Die Anzahl der Wohnungseinbrüche in Rheinland-Pfalz steigt weiter an. Innenminister Roger Lewentz (SPD) und die Polizei setzen auf mehr Prävention und auf bessere länderübergreifende Zusammenarbeit bei der Suche nach Tätern.
In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres sind der rheinland-pfälzischen Polizei 5200 Einbruchsdelikte angezeigt worden. Das sind 17,7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Zahlen nannten Lewentz und der Chef des Landeskriminalamts (LKA), Johannes Kunz, gestern in Mainz. Mit dem weiteren Anstieg der Einbruchsdelikte setzt sich ein Trend fort, der seit 2007 anhält. Verantwortlich sind Banden professioneller Täter, die hochmobil vor allem in der Nähe von Fernverkehrsstraßen zuschlagen, ohne brauchbare Spuren zu hinterlassen. Laut Kunz kommen die Banden vielfach aus Georgien, dem Kosovo, Rumänien oder Bulgarien. Die Einbruchskriminalität sei ein Problem in weiten Teilen Europas, sagte Lewentz. Pro 100.000 Einwohner seien in Rheinland-Pfalz vergangenes Jahr 146 Einbrüche oder Einbruchsversuche registriert worden. Mit dieser sogenannten „Häufigkeitsziffer“ liege das Land unter dem Durchschnitt in Deutschland (188). In den Nachbarländern Nordrhein-Westfalen (Häufigkeitsziffer 300), Hessen (182) und Saarland (251) werden zum Teil deutlich mehr Einbrüche pro Kopf der Bevölkerung gemeldet. In Baden-Württemberg (127) ist die Situation günstiger. Extrem seien die Werte zum Beispiel in Frankreich (366), Schweden (416) und Niederlande (671). Ab dem kommenden Wochenende will die Polizei zwei Wochen lang in einer landesweiten Kampagne die Bürger darüber aufklären, wie sie sich vor Einbrechern schützen können. Geplant sind unter anderem großflächige Plakate. An Informationsständen in Innenstädten, mit Haustürgesprächen und mit Fachvorträgen wollen die Beamten darüber informieren, wie Häuser und Wohnungen besser gesichert werden können. Das Polizeipräsidium Rheinpfalz veranstaltet am kommenden Wochenende erstmals eine Einbruchsschutzmesse im Ludwigshafener Pfalzbau. Dort präsentieren sich Hersteller von Sicherheitstechnik und Handwerker. Vergangenes Jahr sind in Rheinland-Pfalz 44 Prozent aller Einbruchsversuche erfolglos geblieben. LKA-Chef Kunz will diesen Wert auf über 50 Prozent heben. Zu den häufigsten Methoden der Täter gehören nach den Beobachtungen der Polizei das Aufbohren oder Aushebeln von Fenstern und Türen. Die einfachsten Tipps, um Einbrüche zu erschweren: Fenster mit abschließbaren Griffen nachrüsten und nie gekippt lassen, Schlüssel nicht außerhalb des Hauses verstecken und die Nachbarn über Abwesenheit informieren. Lewentz hat gestern erneut an Haus- und Wohnungseigentümer appelliert, in Sicherheitstechnik zu investieren. Um den hochmobilen Einbrecherbanden Paroli bieten zu können, gibt es seit Sommer bei allen Polizeipräsidien im Land zentrale Ermittlungsgruppen. Außerdem versuchen die Fahnder, die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg zu verbessern. Es seien bereits 17 größere Banden geschnappt worden, sagte Lewentz.