Rheinpfalz Mehr Strecken, weniger Flüge

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MAINZ. Der Billigflieger Ryanair will im kommenden Sommer vom Hunsrück-Flughafen Hahn eine geringfügig größere Anzahl von Zielen ansteuern, gleichzeitig aber die Anzahl seiner Flüge leicht senken.

Dies kündigte Tim Howe Schröder, der für den deutschen Markt zuständige Marketing-Manager des irischen Unternehmens, gestern bei der Vorstellung des Ryanair-Sommerflugplans auf dem Hahn an. Neue Ziele werden demnach Neapel (Italien) und Ponta Delgada (Azoren) sein. Erstmals auf dem Sommerflugplan stehen Tanger (Marokko) und Timisoara (Rumänien). Nicht mehr vom Hunsrück aus angeflogen wird im Sommer Mailand-Bergamo (Italien). Die Anzahl der Flugziele wächst damit im Vergleich zum Sommer 2016 von 40 auf 43. Gleichzeitig sinkt Schröder zufolge die Anzahl der Flüge pro Woche von 142 auf 139. Ryanair plane für kommendes Jahr mit unverändert „bis zu 2,1 Millionen Passagieren“ ab dem Hahn. Dort blieben weiterhin fünf Flugzeuge stationiert, sagte der Marketing-Manager. Ryanair, der mit Abstand wichtigste Kunde des Hunsrück-Airports, fliegt seit Herbst auch vom Flughafen Luxemburg. Für den Hahn bedeutet dies weniger Verbindungen nach Portugal. Vor wenigen Wochen hat der Billigflieger zudem angekündigt, ab Frühjahr erstmals auch auf dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt zu starten, um dort der Lufthansa direkt Konkurrenz zu machen. Schröder sagte gestern, in Zukunft könne es „möglicherweise zu Verschiebungen“ von Strecken zwischen Rhein-Main und dem Hahn kommen. Derzeit gebe es allerdings keine Pläne dieser Art. Auf dem Rhein-Main-Airport werde Ryanair „überwiegend neues Geschäft“ machen, so Schröder. Er sei sicher, dass der Hahn auch in fünf Jahren noch zum Streckennetz der Ryan-air gehören werde. Auch in Glasgow (Schottland) fliege die Airline dauerhaft zwei Flughäfen an. Die irische Airline und der Hunsrück-Flughafen hatten vor wenigen Wochen einen neuen, fünf Jahre geltenden Abfertigungsvertrag unterschrieben. Der chronisch defizitäre Hahn gehört mehrheitlich Rheinland-Pfalz und zu einem kleinen Teil Hessen. Er soll verkauft werden. Im Rennen um den Zuschlag sind noch die Deidesheimer ADC mit dem chinesischen HNA-Konzern als Partner, das amerikanisch-chinesische Konsortium Henan American Machinery sowie die kasachische MG Holding. Der Verkaufsprozess betreffe das laufende Geschäft von Ryanair nicht, sagte Schröder. Es habe bisher keine Gespräche mit potenziellen Käufern des Hahn gegeben. Ryanair bedient nach eigenen Angaben 1800 Strecken in 33 europäischen Ländern. Die Anzahl der Passagiere soll nach den Wachstumsplänen des Unternehmens von derzeit 119 Millionen auf über 200 Millionen im Jahr 2024 klettern. In Deutschland will Ryanair in diesem Zeitraum den Marktanteil von sieben auf 20 Prozent steigern. |nob

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